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Das Stadtbild wandelt sich + + Eine denkwürdige SVV + + Brandenburg vor dem Bauboom

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Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
hoch die Hände - Wochenende! Also fast, den Freitag schaffen wir gemeinsam. Schön, dass Sie wieder dabei sind und wir Sie als Ihre Märkische Allgemeine mit unserem Newsletter begleiten dürfen.
Ich weiß nicht, ob es Ihnen aufgefallen ist. Aber die Stadt Brandenburg hat sich verändert. Vor allem die Leute. Die rollen mit Lastenrädern - die mehr als ein Kleinwagen kosten - und ihrem Nachwuchs durch das Städtchen, immer häufiger steht eine Flasche Club Mate dort am Papierkorb, wo gestern noch die leere Pulle Sternburg stand. Was genau das bedeutet, weiß ich nicht. Womöglich steht das im Zusammenhang mit einem Fest, das die Brandenburger Grünen jetzt gefeiert haben.
Auf jeweils 1000 Havelstädter kommt jetzt ein Grüner. Mit nunmehr 70 Mitgliedern haben sie sich durch Zuzug und frisches Nachwuchs-Blut in kürzester Zeit verdoppelt. Und weil alle anderen Parteien schwächeln, wage ich mal die Prognose: Das wird auch die Politik in der Stadt verändern. Das wissen aber die nicht, die hemdsärmlich ihre Politik so machen, wie sie es seit 20, 30 Jahren tun. Unter dem alten SVV-Motto “Hier sitzen die, die immer hier sitzen” hat CDU-Vize Walter Paaschen in dieser Woche mal erklärt, wie er sich Politik in der Stadt vorstellt.
Also eigentlich so wie immer: Geführt von der CDU und starken Männern, die wissen, wo es lang geht. Also Fraktionschefs, die führen - und ganz sicher ohne Grüne. Es schien entgangen, dass die CDU bei der Kommunalwahl fast ein Drittel ihrer Mandate verlor, während die Grünen die ihren fast verdoppelten. Peanuts im Kosmos derer, die mit dem SVV-Wanderzirkus seit Jahrzehnten - oft in wechselnden Fraktionen oder Parteien - unterwegs sind.
Ins Bild der sich ändernden Realität passt: Brandenburg an der Havel bekommt den Sitz der ersten Yoga-Akademie im Land. Kein Quatsch, wie der “herabschauende Hund”, die “Schildkröte” oder das “Kuhgesicht” Körper und Geist perfekt entspannen, kann man künftig unweit des Oberlandesgerichtes im Promnitz-Therapie-Zentrum erfahren. Vielleicht gibt es Yoga ja als Prozessbegleitung.
Mein Kollege André Wirsing, der in dieser Woche auch eine denkwürdige Stadtverordnetenversammlung durchlitten und mit einem Live-Ticker verfolgt hat, begleitet seit Jahren auch die Genesung der totgeglaubten Wohnungsbaugesellschaft Wobra. Spätestens, seit das Unternehmen das ihr untergejubelte Millionengrab der Bavaria-Verträge vom Hals hat, ist die Wobra in der Lage, vorn mitzuspielen. Geschäftsführer Stephan Falk hat unserem Reporter erzählt, welche Millionen-Projekte er in diesem Jahr stemmen will. Die Frage, die sich viele seit Jahren stellen: Warum gestaltet die Stadt mit einer möglichen Stadtentwicklungsgesellschaft unter dem Dach der Wobra nicht viel mehr? Falk kann und muss das nicht beantworten. Das sollte die Rathausspitze tun. Davon geredet wurde genug.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Newsletter-Lektüre und ein bisschen erhöhten Puls. Die nächste Ausgabe der Havelpost haben Sie am kommenden Freitag in Ihrem Mailfach.
Herzliche Grüße
Ihr
Benno Rougk
Redaktionsleiter
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Blaue Stunde an der Havel

Oh, du wunderschöne Havelstadt. (Foto: Jens Friebel)
Oh, du wunderschöne Havelstadt. (Foto: Jens Friebel)
Die Geduld von MAZ-Leser Jens Friebel wurde mit diesem fantastischen Bild belohnt. Der Hobbyfotograf war in Brandenburg an der Havel unterwegs und hat unter idealen Bedingungen die so genannte Blaue Stunde eingefangen – also den kurzen Zeitraum, wenn die Sonne gerade hinter dem Horizont verschwunden ist, aber die Dunkelheit der Nacht noch ein bisschen auf sich warten lässt. Wolkenlos und in tiefem Blau liefert der Himmel einen besonderen Hintergrund für das Stadtpanorama am Mühlendamm – und das ist im Spiegelbild der Havel gleich doppelt so schön. Wenn Sie, liebe Newsletter-Leser, auch ein besonderes Foto gemacht haben, senden Sie es an brandenburg-stadt@maz-online-de.
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Leute Leute...

Es gibt sie, die kleinen Geschichten, die es normalerweise nicht in die Berichterstattung der MAZ schaffen. Hier schreiben wir sie dennoch auf, weil sie von den Menschen handeln, die in Brandenburg an der Havel leben.
Bernd Voigt, Ortsvorsteher von Göttin. (Foto: Böhme)
Bernd Voigt, Ortsvorsteher von Göttin. (Foto: Böhme)
Manchmal muss man einfach nur Glück haben: Statt sich nach einem Termin beim Friseur abzuhetzen, wurde dieser Göttins Ortsvorsteher Bernd Voigt in dieser Woche quasi frei Haus geliefert. „Ich habe einen Anruf vom Team des Friseursalons in Krahne erhalten, dabei wurde mir der Termin am 6. März um 11.30 Uhr vorgeschlagen. Ich habe mich sehr gefreut und sofort zugesagt, das nenne ich mal Service“, sagt Voigt vorfreudig.
André Nitze lehrt seit dem Wintersemester 2020/21 an der THB. (Foto: Böhme)
André Nitze lehrt seit dem Wintersemester 2020/21 an der THB. (Foto: Böhme)
Brandenburger Studenten sind alles andere als Schmalspurakademiker. Sie lesen Bücher wie „Homo Deus: Eine Geschichte von Morgen“ des israelischen Schriftstellers Yuval NoahHarari oder „Utopia“ von Thomas Morus, dem Staatsmann aus dem 15./16. Jahrhunderts also. Woher wir das wissen? André Nitze, Professor an der THB, weiß es. In seinen Wirtschaftsinformatik-Veranstaltungen setzt er auch auf spontane Umfragen, um seine Studierenden in diesen Corona-Zeiten besser kennenzulernen. „Was ist das letzte gute Buch, das du gelesen hast?“, fragt der Online-Professor zum Beispiel und präsentiert seinen 0,1 bis 100 Kilometer entfernten Online-Hörern wenig später die für ihn oft positiv überraschende Auswertung in einer Grafik.
 Karen Anders ist die beste Vorleserin der Stadt. (Foto: Fouqué-Bibliothek)
Karen Anders ist die beste Vorleserin der Stadt. (Foto: Fouqué-Bibliothek)
Lesekompetenz ist auch für den Nachwuchs ein ganz wichtiges Thema. Denn: wer lesen kann, ist glatt im Vorteil. Dieser oft gehörte und nervende Spruch ist in seinem Kern nichts anderes als wahr. Karen Anders hat ihre Lese-Qualitäten jüngst mehr als hinreichend bewiesen. Die Sechstklässlerin der Evangelischen Grundschule hat in dieser Woche den ersten Platz beim Vorlesewettbewerb der Fouqué-Bibliothek abgeräumt und sich dabei gegen acht Mitkonkurrenten durchgesetzt. Diesmal war auch hier Pandemie bedingt alles ein bisschen anders: Die Teilnehmer stellten ihre ausgewählten Werke per Video vor. Die fünfköpfige Jury, zu der neben Bibliotheks-Chefin Cornelia Stabrodt auch Vorjahressiegerin Nelly Charlotte Albert zählte, kürte Karen als beste Leseratte der Stadt. Gut gemacht!
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Das ist diese Woche in der Stadt wichtig

Kaputte Straßen: Was Frost und Eis in der Stadt angerichtet haben
Schwimmkurse gecancelt: Der Stadt drohen Jahrgänge von Nichtschwimmern
Nach plötzlichem Tod der Mutter bleibt Zwölfjähriger zurück
Neustart an den Grundschulen
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Das ist diese Woche im Umland wichtig

Plattenbausiedlung in Brück-Ausbau wird ökologisches Vorzeigequartier
Jürgen Engel will Wusterwitzer Bürgermeister werden
Borkheider gehört zur Risikogruppe: Verzweifeltes Warten auf die Corona-Impfung
Zehn goldene Regeln: Das muss beim Gartenfeuer beachtet werden
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Wohin am Wochenende?

Ralf Kirsten aka "Ralf der Rabe" (Foto: Stefan Specht)
Ralf Kirsten aka "Ralf der Rabe" (Foto: Stefan Specht)
Corona bedingt nix los am Wochenende? Weit gefehlt! Samstag und Sonntag findet im schönen Hohen Fläming eine “sicherheitstechnische Überprüfung von Dudelsäcken” statt. Bitte… was? Ja, richtig gelesen. Ralf der Rabe, Spezialist in Sachen Burgen, Mittelalter und - ähem - Dudelsäcken, lädt zu dieser launigen Veranstaltung auf Burg Rabenstein ein. “Dabei könnte es passieren, dass den Instrumenten einige herrliche Töne entweichen”, orakelt Rabe etwas nebulös. Damit das Happening auf der Burg ein Erfolg wird, wird um Beachtung der geltenden Corona-Regeln gebeten - Mundschutz eingeschlossen, logisch. Klappt das, werden auch hungrige Mäuler gestopft. Weitere Infos dazu gibt es unter www.burgrabenstein.de.
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Bilderrätsel

Wo in Brandenburg ist das?
Wo in Brandenburg ist das?
Eine regelmäßige Rubrik in der Havelpost ist das MAZ-Bilderrätsel. Hier werden Aufnahmen von Gebäuden und Orten der Stadt gezeigt. Und Sie, liebe Leser, raten (oder wissen?), worum es sich handelt.
Wo in Brandenburg an der Havel ist dieses Foto aufgenommen worden? Wer es weiß, schreibt die Antwort bis Montag, 1. März, um 12 Uhr per Mail an brandenburg-stadt@maz-online.de. Alle korrekten Antworten kommen in einen Lostopf, aus dem wird der Gewinner gezogen. Diesen vermelden wir dann im nächsten Newsletter, der am 5. März in Ihr Postfach flattert. Der Preis ist eine historische Ansichtskarte aus Brandenburg an der Havel. Viel Erfolg!
Die Lösung des Rätsels aus der vergangenen Woche lautet: Das Bild zeigt eine Tafel an der Homeyenbrücke in Brandenburg an der Havel. Aus den Einsendungen haben wir Stefanie Mullig aus Brandenburg als Gewinnerin ausgelost. Herzlichen Glückwunsch!
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Stephan Bodens Woche

Stephan Bodens Sohn Ivan und Hund Günther spielen gemeinsam. (Foto: privat)
Stephan Bodens Sohn Ivan und Hund Günther spielen gemeinsam. (Foto: privat)
Wie ist das Leben in Brandenburg an der Havel mit Corona und den damit einhergehenden Einschränkungen des Lebens? Wir konnten den in Brandenburg an der Havel lebenden Autor Stephan Boden für eine wöchentliche Kolumne gewinnen, in der er seine Erlebnisse und Beobachtungen aus der Stadt - und darüber hinaus - humorvoll und pointiert schildert. Aktuell treibt ihn um: Die Diskussionen um mögliche Sonderrechte für gegen Covid-19 geimpfte Menschen. Hier können Sie die aktuelle Folge von “Bodens Woche” nachlesen.
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Der Blick in die Heimatgeschichte

Noch bis in die 1870er Jahre hinein bot die Steinstraße in Brandenburg ein Straßenbild aus dem 17. und 18. Jahrhundert. (Repro: Hesse)
Noch bis in die 1870er Jahre hinein bot die Steinstraße in Brandenburg ein Straßenbild aus dem 17. und 18. Jahrhundert. (Repro: Hesse)
Wer wissen will, wie Brandenburg an der Havel im späten 19. Jahrhundert aussah, kann sich mal in Ziesar oder in Treuenbrietzen umschauen. Zweigeschossige Häuser prägten das Stadtbild, die mit der Traufe an der Straße standen. Hier und da stachen größere Gebäude mit besonderen Giebeln heraus.
Doch dann kam der Aufschwung und hielt die Industrialisierung im großen Maßstab Einzug. Nach dem Krieg und dem Sieg gegen Frankreich schlossen sich Königreiche, Herzog- und Fürstentümer 1871 zum Deutschen Reich zusammen. Mit diesem neuen Land ging es in den kommenden Jahrzehnten bergauf.
Das spiegelte sich auch an vielen Stellen in Brandenburg an der Havel wieder, besonders auffällig in der Neustadt und in den neuen Vierteln an den Rändern der Stadt. Straße um Straße wuchsen aus dem märkischen Boden neue Wohn- und Arbeitsquartiere, die Wilhelmsdorfer, Neuendorfer, Magdeburger und Bahnhofsvorstadt.
Prachtvolle Bauten entstanden in der St.-Annen-, Haupt- und Steinstraße. Bankhäuser zeigten, was sie hatten. Die Kaufhäuser wurden immer größer. Nach und nach riss man die kleineren Gebäude ab und ersetzte sie durch größere und prunkvollere Bauwerke. Das Stadtbild veränderte sich in dieser Zeit massiv.
Manche dieser Bauten sind mittlerweile selbst Geschichte. Im Zweiten Weltkrieg wurden sie beschädigt und dann abgerissen.
Spannende Fotos aus dieser Zeit finden Sie, liebe Newsletter-Freunde, hier.
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