Profil anzeigen

Demo-Marathon +++ Spittastraße wieder offen +++ Ostern in der Kirche

MAZ HavelpostMAZ Havelpost
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
heute ist Karfreitag. Feiertag. Aber Sie sind trotzdem dabei beim Newsletter Ihrer Märkischen Allgemeinen am Freitag. Großartig! Weil Sie, auch ohne Desktop-Computer im Büro, ja lesen wollen, was so los war und ist in dieser Woche in Brandenburg. Sagen wir es so: An Corona kommen wir wieder nicht vorbei.
Ein altbekannter Spruch über die Corona-Pandemie verbreitet sich auch in Brandenburg: „Klar gibt es mehr Corona-Fälle, da mehr getestet wird. Wenn es mehr IQ-Tests gäbe, hätten wir auch mehr Idioten.“ Klingt griffig, stimmt aber nicht: Mehr Tests bedeuten zwar, dass mehr Infektionen entdeckt werden. Ein starker Anstieg der Fallzahlen wie aktuell lässt sich damit aber laut Robert-Koch-Institut nicht erklären. Da Sie jetzt quasi überall einen neuen Test brauchen (selbst wenn Sie durchgeimpft sind - was ja auch schon ziemlich irre ist!), hat die MAZ für Sie nachgefragt, wo Sie sich jetzt noch vor Ostern testen lassen können.
Andererseits: Wo sollten Sie hinwollen? Die Inzidenz liegt wieder über 100, viele Lockerungen wurden kassiert. Und was gilt jetzt eigentlich noch? Auch diesen Fragen ist die MAZ jetzt nachgegangen. Mit durchaus überraschenden Ergebnissen.
Darüber hinaus wurde in dieser Woche in Brandenburg wie wild protestiert: Mit dem umweltfreundlichsten Protest ever, einem Autokorso, wurde am Wochenende an den Corona-Bestimmungen herum genörgelt. Bevor dann Montag gut 50 Menschen auf dem Neustädtischen Markt verkündeten, sie seien Brandenburg und stünden auf. Selbstredend auch gegen die angebliche Corona-Diktatur. Dienstag demonstrierten dann junge, männliche Geflüchtete gegen die Lebensbedingungen in ihren Gemeinschaftsunterkünften. Ob sich die Demonstranten - wohlgemerkt keine Frauen und Kinder - mit Plakaten gegen die auch vom DRK organisierte Unterkunft mit der Aufschrift “Das Lager ist eine Folter. Die Küche ist ab 22 Uhr zu. Der Bus ist weit weg. Besuch ist verboten.” nun wirklich einen Gefallen getan haben, sei mal dahingestellt. Als dann am Mittwoch vorm und im Theater die Demo “Brandenburger Eltern stehen auf” über die Bühne ging, auf der mit aufgestellten Kinderschuhen gegen die Corona-Maßnahmen gewettert wurde, und natürlich auch die Protestierenden wussten, dass damit eine Symbolik des Holocausts bedient wird, war mein Protest-Toleranz-Level für diese Woche ganz weit überschritten.
Ich wünsche Ihnen dennoch viel Spaß bei der Newsletter-Lektüre und ein bisschen erhöhten Puls. Die nächste Ausgabe der Havelpost haben Sie am kommenden Freitag in Ihrem Mailfach.
Herzliche Grüße,
Ihr
Benno Rougk
Redaktionsleiter
***
Leute Leute...

Es gibt sie, die kleinen Geschichten, die es normalerweise nicht in die Berichterstattung der MAZ schaffen. Hier schreiben wir sie dennoch auf, weil sie von den Menschen handeln, die in Brandenburg an der Havel leben.
Erik Lehnhardt (Foto: privat)
Erik Lehnhardt (Foto: privat)
15.000 Bierdeckel gehören zur Sammlung des Brandenburgers Erik Lehnhardt. Ihm gehören zwar Untersetzer aus Australien, Brasilien, Japan und Exemplare der Brandenburger Stadtgeschichte, doch in den letzten Monaten hat er neue Exemplare erhalten. „Ich habe ein paar ältere Bierdeckel aus England bekommen, die über 40 Jahre alt sind. Ich bedanke mich bei allen Menschen, die mir helfen, meine Sammlung zu erweitern und freue mich über jede Unterstützung“, sagt Lehnhardt. Ob er es eines Tages ins Guinessbuch der Rekorde schafft, weiß er zwar nicht, aber sein Hobby treibt ihn an. „Ich will auf jeden Fall weiter sammeln und suche das Besondere“, so der Sammler.
Natalie Schramke (Foto: Jessica Kliem)
Natalie Schramke (Foto: Jessica Kliem)
Mode- und Textildesignerin Natalie Schramke erfüllt sich einen Traum. Die Bogenschützin ist nach neun Monaten Wartezeit dem Objekt ihrer Begierde, einem Hybridbogen aus dem amerikanischen Bundesstaat Georgia so nah wie nie zuvor. Ihre Lieferung erreicht sie in den nächsten Tagen. „Er ist besonders, weil er die Vorteile verschiedener Bogenarten vereint. Mein Bogen sollte nach dem Vorbild eines Eichelhäher gebaut werden“, sagt die 33-Jährige. Ihre Vorfreude ist groß, nur beim Bogenschießen kann sie gedanklich abschalten. „Das ist eine Sportart, die man nicht mal so nebenbei lernt und deshalb wird es auch nie langweilig“ sagt sie. Zum ersten Test geht Schramke in einen der Brandenburger Wälder.
Jonas Börsel (Foto: Steiner)
Jonas Börsel (Foto: Steiner)
Alle Jahre wieder schaut Katharinen-Pfarrer Jonas Börsel sorgenvoll in den Himmel, wann immer die Zeitumstellung der Kirchturmuhr signalisiert: Eine Stunde vor, respektive eine Stunde zurück. Auch in diesem Jahr hat das nicht so gut geklappt. Die Uhr am Turm zeigt noch immer Winterzeit. Weil sie eben etwas länger braucht! Eigentlich ist die Uhr darauf programmiert, sich entsprechend der Zeitumstellung selbst einzutakten. Was immer hilft: Sich fest vorzunehmen, jetzt die Fachfirma zu holen, weil der Takt nicht stimmt, erzählt Jonas Börsel. Dann besinnt sich die alte Dame wie von Zauberhand - und plötzlich stimmt die Zeit.
***
Das ist diese Woche in der Stadt wichtig

Corona-Regeln: Was jetzt in Brandenburg an der Havel gilt
Spittastraße ist wieder offen
Arbeitsmarkt in Brandenburg an der Havel zeigt sich stabil
Der Molkenmarkt soll endlich fertig werden
Die erste Veloschiene in der Stadt ist nicht sehr lang
***
Das ist diese Woche im Umland wichtig

Bensdorf: Die Spargelernte hat begonnen
Illegaler Müll in Potsdam-Mittelmark: Ärger und Kosten auch in Groß Kreutz
Hilfe zum Lebensende: Neustart für Palliativmedizin in Lehnin
***
Wohin am Wochenende?

Osterzeit ist Gottesdienstzeit. Das soll, finden die christlichen Gemeinden der Region, auch in schwierigen Zeiten so sein. Deshalb finden in den kommenden Tagen in einigen Gotteshäusern der Region Veranstaltungen statt - selbstverständlich unter Einhaltung aller geltenden Regeln. So wird es zum Beispiel am Ostersonntag, 14 Uhr, einen gemeinsamen Gottesdienst der Kirchengemeinden des Pfarrbereichs Rädigke geben – im „Zelt der Begegnung“ in Raben, gegenüber vom Naturparkzentrum. In Bad Belzig werden die Gottesdienste am Sonntag wie geplant gefeiert: 6 Uhr in der Bricciuskirche und 10 Uhr in der Marienkirche.
In Brielow hingegen geht es diesmal digital zu. Hier wurden am Mittwoch zwei Gottesdienste aufgezeichnet, die auf dem YouTube-Kanal des Pfarrsprengels Päwesin abrufbar sein werden. Ist 2021 eben doch alles irgendwie anders.
***
Bilderrätsel

Wo - und was - ist das? (Foto: Hesse)
Wo - und was - ist das? (Foto: Hesse)
Eine regelmäßige Rubrik in der Havelpost ist das MAZ-Bilderrätsel. Hier werden Aufnahmen von Gebäuden und Orten der Stadt gezeigt. Und Sie, liebe Leser, raten (oder wissen?), worum es sich handelt.
Wo in Brandenburg an der Havel ist dieses Foto aufgenommen worden? Wer es weiß, schreibt die Antwort bis Montag, 5. April, 12 Uhr, per Mail an brandenburg-stadt@maz-online.de. Alle korrekten Antworten kommen in einen Lostopf, aus dem wird der Gewinner gezogen. Diesen vermelden wir dann im nächsten Newsletter, der am 9. April in Ihr Postfach flattert. Der Preis ist eine historische Ansichtskarte aus Brandenburg an der Havel. Viel Erfolg!
Die Lösung des Rätsels aus der vergangenen Woche lautet: die katholische Kirche in der Neustädtischen Heidestraße. Aus den Einsendungen haben wir Marc Mützel aus Brandenburg an der Havel als Gewinner ausgelost. Herzlichen Glückwunsch!
***
Stephan Bodens Woche

Stephan Boden beim Schreiben seiner MAZ-Kolumne. (Foto: privat)
Stephan Boden beim Schreiben seiner MAZ-Kolumne. (Foto: privat)
Wie ist das Leben in Brandenburg an der Havel mit Corona und den damit einhergehenden Einschränkungen des Lebens? Wir konnten den in Brandenburg an der Havel lebenden Autor Stephan Boden für eine wöchentliche Kolumne gewinnen, in der er seine Erlebnisse und Beobachtungen aus der Stadt - und darüber hinaus - humorvoll und pointiert schildert. Aktuell treibt ihn um: Warum das Gerede über Diktatur und Regime vollkommener Schwachsinn ist. Hier können Sie die aktuelle Folge von “Bodens Woche” nachlesen.
***
Der Blick in die Heimatgeschichte

Otto Hunte malte um 1930 die Gotthardtkirche - mit fiktivem Umfeld. (Foto: Sammlung: Hesse)
Otto Hunte malte um 1930 die Gotthardtkirche - mit fiktivem Umfeld. (Foto: Sammlung: Hesse)
Erfundenes Brandenburg: Otto Hunte schuf die Filmarchitektur für „Metropolis“, „Der blaue Engel“ - und hinterließ ein seltsames Ölgemälde von der Gotthardtkirche. Der Maler hatte die Kirche in Öl festgehalten, bevor der Turm im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt worden ist. Bis dahin hatte der Turmhelm einen Umgang um die Laterne an der Turmspitze herum. Als die Gemeinde den Turm wieder herstellen ließ, verzichtete sie auf dieses Detail. Hunte malte die Brandenburger Straßenszene mit der Gotthardtkirche um das Jahr 1930. Doch außer der Kirche stimmt an dieser Darstellung so gut wie nichts. Warum? Das können Sie, liebe Newsletter-Leser, hier nachlesen.
Hat Ihnen diese Ausgabe gefallen?
Teilen Sie diesen Newsletter:
Wenn Sie diesen Newsletter nicht mehr empfangen wollen, können Sie ihn hier abbestellen.
Wenn Ihnen dieser Newsletter weitergeleitet wurde, können Sie ihn hier abonnieren.