Es ist Krieg ++ LKA im Rathaus ++ Mehr Kultur in Damsdorf

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
schön, dass Sie unsere Mail geöffnet haben und sich auf Ihren MAZ-Newsletter freuen, auch wenn uns in Europa gerade nicht sonderlich zum Freuen zumute ist. Und davon wird heute in der Havelpost die Rede sein. Natürlich steckt der Newsletter wieder voller Namen, Nachrichten und Tipps aus Brandenburg an der Havel und Umgebung.
Der Krieg ist am Donnerstag ganz nah an uns herangerückt. Mochten die Kriege im Nahen Osten und in Afrika - trotz Bundeswehrbeteiligung - gefühlt ganz weit weg sein, ist dieser bewaffnete Konflikt zwischen Russland und der Ukraine nun räumlich ganz nah, so nah, wie seit Ewigkeiten nicht mehr.
Viele Brandenburger reagieren mit dem Bekenntnis zum Frieden, in dem sie zum Beispiel auf Facebook ihre Profilbilder mit einer Friedenstaube versehen oder sich mit der Ukraine solidarisieren. Das Titelbild des Industriemuseums ist seit Donnerstag mit den Farben blau und gelb unterlegt.
Das Titelbild des Industriemuseums leuchtet seit Donnerstag in bau und gelb. (Screenshot MAZ)
Das Titelbild des Industriemuseums leuchtet seit Donnerstag in bau und gelb. (Screenshot MAZ)
Der Evangelische Kirchenkreis Mittelmark Brandenburg lädt ab der kommenden Woche zu täglichen Friedensgebeten in die Lehniner Klosterkirche ein. Ähnliche Initiativen werden garantiert folgen. Immer um 19 Uhr geht es los.
Wie trügerisch unsere Ruhe bislang gewesen ist, zeigt allein schon der Umstand, dass wir immer noch mit den Folgen des jüngsten Krieges auf deutschem Boden zu tun und längst noch nicht alles geklärt haben. In der Sporthalle neben dem Gefängnis steht seit Wochen ein 101-jähriger Brandenburger vor Gericht, der als Wachposten im Konzentrationslager Sachsenhausen gearbeitet haben soll.
Auch das Auslöschen der jüdischen Gemeinde in der Havelstadt durch nichtjüdische Brandenburger und andere Menschen in der Nazi-Zeit hat noch nicht das Gedenken gefunden, das ihm gebührt. Einen großen Schritt in die richtige Richtung jedoch sind die Stadtverordneten am Mittwoch gegangen. Einmütig trugen sie Marga Goren-Gothelf die Ehrenbürgerwürde ihrer Geburtsstadt an. Sie ist das letzte lebende Mitglied der alten jüdischen Gemeinde. Im Herbst soll der erste Stolperstein in der Stadt für ein jüdisches Nazi-Opfer folgen.
Die Erinnerung an das Grauen, das Menschen Menschen zufügen können und das sie danach ganz schnell wieder vergessen wollen, hält auch ein besonderes Hörbuch wach. Musikerin Katharina Burges und Schauspielerin Karen Schneeweiß-Voigt haben Texte der Schriftstellerin Hilde Domin eingesprochen, mit Musik umrahmt und als CD herausgebracht. Domin war Jüdin und musste vor den Nazis fliehen. Das Hörbuch kam am Dienstag heraus, an Domins Todestags.
Im Zweiten Weltkrieg waren es übrigens deutsche Soldaten, die in die Ukraine einmarschiert waren, um (Achtung: jetzt kommt Nazi-Propaganda) “dem deutschen Volk die Kornkammer Europas zu sichern”. Das mag inzwischen Lichtjahre zurück liegen und der darauffolgende Kalte Krieg mit der Kuba-Krise Anfang der 60er Jahre und der atomaren Aufrüstung in den 80er Jahren auch schon wieder Schnee von gestern sein. Aber wie wir spätestens am Donnerstag erfahren haben, können solche Konflikte schnell heiß werden.
Die Konsequenzen sind nicht absehbar, sagt zum Beispiel Potsdam-Mittelmarks Landrat Wolfgang Blasig. Die Gemeinde Wiesenburg/Mark bereitet sich auf Flüchtlinge vor, die aus der Ukraine erwartet werden.
Ob Sie nun Kerzen anzünden, allein oder mit anderen beten, sich auf Ihre Unterstützung ukrainischer Flüchtlinge vorbereiten, eine Friedenstaube in ihr Facebook-Profil stellen oder “nur noch osteuropäisch kochen, bis wieder Frieden ist”, wie es die Golzower Gaststätte Zickengang am Donnerstagnachmittag angekündigt hat, ist Ihre Sache. Nur bitte bleiben Sie an diesem Thema, lassen Sie es sich nicht egal sein und lassen Sie uns gemeinsam hoffen, dass die Waffen schnell wieder schweigen.
Ihr Heiko Hesse
Haben Sie Fragen, Wünsche, Anregungen zu unserer Havelpost? Dann schreiben Sie mir unter heiko.hesse@maz-online.de.
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Leute Leute...

Marco Lessenthin (Foto: Rüdiger Böhme)
Marco Lessenthin (Foto: Rüdiger Böhme)
Die Brandenburger können wieder feiern. Ab dem 4. März öffnen die Tanzschuppen der Stadt, den Auftakt macht der Club Estrada in Hohenstücken. Ab 22 Uhr laufen Hits aus den 80ern, 90ern und den Charts, einen Tag später folgt eine Schlager- und Pop-Party. „Endlich darf ich wieder auflegen. Das ist ein Ausgleich für den Stress im Alltag. Viele haben es vermisst, mal wieder unter Menschen zu sein“, freut sich DJ Marco Lessentin, der an beiden Abenden an den Plattentellern steht. Zum Neustart öffnen die Clubs mit 2G-Plus-Regel.
Jan Lehnhardt (Foto: Moritz Jacobi)
Jan Lehnhardt (Foto: Moritz Jacobi)
Bei der Brandenburger Feuerwehr gab es großes Interesse, bei der Vorstellung der neuen Technik in Nordrhein-Westfalen und in den Niederlanden dabei sein zu dürfen. Etliche Kameraden baten den technischen Leiter der Berufswehr, Jan Lehnhardt, darum, mitkommen zu dürfen. „Die haben mir praktisch die Bürotür eingerannt“, sagte Lehnhardt bei der Präsentation des neuen Riesen-Tatras mit HFS-Container am Montag. Er freut sich schon auf die nächste Gelegenheit, die Neuanschaffung mit einem Ausflug zu verbinden: „Sollten andere Städte und Kreise uns bitten, weitere HFS zu überführen, werden wir das natürlich tun – eine Kostenübernahme vorausgesetzt.“
Joachim Müller (Foto: Heike Schulze)
Joachim Müller (Foto: Heike Schulze)
Der kommunale Denkmalschützer Joachim Müller war am Montagmorgen auch von den Auswirkungen des Sturms betroffen: Vom schiefergedeckten Dach seines Haus hatte es einige Schindeln heruntergeweht. „Der Dachdecker-Notarzt hat aber die Diagnose gestellt, dass er nicht sofort kommen muss. Es genüge im Laufe der Woche.“ Hoffentlich ist nun wieder alles dicht.
Walter Paaschen (Foto: Rüdiger Böhme)
Walter Paaschen (Foto: Rüdiger Böhme)
Stadtverordnetenvorsteher Walter Paaschen leitet auch immer das Treffen des Ältestenrates – eine Stunde vor der SVV treffen sich Fraktionschef und Präsidium, um über die anstehende Sitzung zu beraten. Diesmal hatte der CDU-Mann es vergessen. Erst nach Anruf von Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) erschien er mit einer halben Stunde Verspätung. Bis dahin musste Paaschens Stellvertreter Ulf Insel (AfD) die Sitzung leiten.
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Das ist diese Woche wichtig

Die Plauer Straße soll ab Juli zur Baustelle werden. (Foto: Hesse)
Die Plauer Straße soll ab Juli zur Baustelle werden. (Foto: Hesse)
Corona taugt für gute Verschwörungstheorien nicht mehr. Area 51 auch schon länger nicht mehr. Dafür haben wir Baustellen, nämlich alle dieser Welt in der Stadt - und zwar gleichzeitig. Das jedenfalls mutmaßten nicht wenige Brandenburger, als die Sperrung an der Fischerstraße bevorstand. Die Stadt werde im Chaos versinken, alles Leben bleibe in der Mühlentorstraße stecken. Und dann kam - nichts. Na ja, meistens jedenfalls. Als dann die Nachricht Anlauf nahm, die Stadt wolle in diesem Jahr noch die Altstadt-Magistrale Plauer Straße-Altstädtischer Markt-Parduin sanieren, bekam die Brandenburger Verschwörungstheorie neue Nahrung. Doch ganz schnell tauchten Stimmen auf, die sagten, dass die Verwaltung erst einmal die Fischerstraße im August fertigstelle. Und nun das: Schon Anfang Juli will man die Altstadt für den Durchgangsverkehr sperren, damit die Bauarbeiter loslegen können. Was bedeutet: Der Tanz geht dann erst richtig los.
Russen und Ukrainer in Brandenburg: „Dieser Bandit bringt den Krieg nach Mitteleuropa“
Landeskriminalamt durchsucht das Rathaus
Schulbegleiter: Verzichtet Brandenburg  einfach auf Millionen?
Brautmodenverleih von Nancy Petsch steht vor dem Aus
Busse und Bahnen der Vbbr fahren weiter eingeschränkt
Anklage gegen Tischler: 15 Straftaten voller Hass und Gewalt
Trotz vieler leerer Wohnungen: Mieten in Brandenburg steigen
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Das ist im Umland los

Kultur auf der Damsdorfer Waldbühne (Foto: Lummert)
Kultur auf der Damsdorfer Waldbühne (Foto: Lummert)
Die Location ist nicht verkehrt. Direkt neben den Fußballplätzen und dem Sportlerheim steht in Damsdorf eine überdachte Bühne - die Waldbühne. An dieser Stelle könnte getrost mehr passieren, sind sich die Mitglieder des Heimatvereins sicher. Ein Kulturtag soll es sein, Anfang September soll er steigen. “Diese Veranstaltung ist ein Tag für die ganze Familie und soll ein neues Highlight in Damsdorf werden“, sagt Cerstin Mathaei.
Überraschungseier geklaut: Ladendieb in Ziesar erwischt
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Schutzzäune retten Kröten vor Tod auf den Straßen
Burg Rabenstein bleibt besetzt von lokalem Aktionsbündnis 
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Grundschule in Radewege setzt ein Zeichen gegen Mobbing
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Wohin am Wochenende?

Samentauschbörse im Naturparkzentrum in Raben (Foto: Eva Loth)
Samentauschbörse im Naturparkzentrum in Raben (Foto: Eva Loth)
Buschbohne, Kürbis oder Zuckererbse: Das Angebot bei der Samentauschbörse ist breit gefächert. Alte und besondere Sorten sollen die Hobbygärtner begeistern. Juliane Wittig vom Naturparkzentrum Hoher Fläming in Raben spricht an Börsentag über die Vielfalt im Gemüsegarten. Wer zum Beispiel aus Brandenburg an der Havel kommt, verbindet den Besuch wenigstens mit einem Spaziergang hinauf zur Burg Rabenstein.
Cello-Virtuose spielt Bach im
Päwesiner "Stall"
Online und live: Niemegks Pfarrer lädt zu närrischem Gottesdienst
Schulmuseum Reckahn feiert 
30-jähriges Bestehen
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Bilderrätsel

Wo ist das? (Foto: Hesse)
Wo ist das? (Foto: Hesse)
In jeder neuen Havelpost steckt ein neues MAZ-Bilderrätsel. Hier werden Aufnahmen von Gebäuden und Orten der Stadt gezeigt. Und Sie, liebe Leser, raten (oder wissen?), worum es sich handelt.
Wo in Brandenburg an der Havel ist dieses Foto aufgenommen worden? Wer es weiß, schreibt die Antwort bis Montag, 28. Februar, 12 Uhr, per Mail an brandenburg-stadt@maz-online.de. Alle korrekten Antworten kommen in einen Lostopf, aus dem wird der Gewinner gezogen. Diesen vermelden wir im nächsten Newsletter, der am 4. März in Ihr Postfach flattert. Der Preis ist eine historische Ansichtskarte aus Brandenburg an der Havel. Viel Erfolg!
In der vergangenen Woche suchten wir die Krakauer Straße. Aus den Einsendungen haben wir Sylvia Maaß aus Brandenburg an der Havel als Gewinnerin ausgelost. Herzlichen Glückwunsch!
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Stephan Bodens Woche

Einmal nachladen, bitte. (Foto: Julian Stratenschulte)
Einmal nachladen, bitte. (Foto: Julian Stratenschulte)
Der Brandenburger MAZ-Kolumnist Stephan Boden fragt sich diesmal, warum die Stadtwerke den Zusammenhang zwischen Angebot und Nachfrage nicht verstehen wollen. Ein Betriebsausflug in die Niederlande könnte helfen, ist er überzeugt. Aber lesen Sie selbst.
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Der Blick in die Heimatgeschichte

Der Mühlendamm vor fast 200 Jahren (Foto: Hesse)
Der Mühlendamm vor fast 200 Jahren (Foto: Hesse)
Ein Gemälde geschenkt zu bekommen, ist schon toll. Aber sechs gleichzeitig? Und darunter eine Serie mit einer ganz besonderen Geschichte? Das ist einfach nur großartig. Jürgen Ostwald, Kunsthistoriker der Fielmann AG, hat ein weiteres Mal historische Perlen aus dem Kunstmarkt gefischt und sie über seinen Konzern der Stadt zukommen lassen. Die Übergabe am Mittwoch war wie ein Fest.
Ernst Faehndrich malte die Brücke über die Buckau
Viel Wind um ein Zeitzeugnis aus dem Kalten Krieg
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