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Es wird wieder geimpft + + Feilschen im Rathaus + + Ausflug zum Planetenwanderweg

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Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
schön, dass Sie wieder dabei sind und wir Sie als Ihre Märkische Allgemeine mit unserem Newsletter ins Wochenende begleiten dürfen.
Na, sind Sie schon geimpft? Vorausgesetzt Sie wollen, wie ich, gegen Covid-19 geimpft werden, dann wünsche ich Ihnen, dass Sie über 80 Jahre sind, im Gesundheitswesen arbeiten, bei der Feuerwehr, der Polizei oder in der Pflege. Wenn nicht, dann waren sie nämlich noch nicht dran. Der Biontech-Sticker im Impfausweis ist jetzt die Wartburg-Anmeldung der Neuzeit. Insofern wundert es mich nicht, wenn Gerüchte ins Kraut schießen, wer denn nun das rare Gut (natürlich mit Beziehungen) ergattert hat.
Da halte ich es aber mit Luther: Versucht nicht, auf meinem Arsch durchs (Fege-)Feuer zu reiten! Sie glauben nicht, welche abenteuerlichen Gerüchte hier zuletzt den Weg in die MAZ-Redaktion fanden, zu denen sich aber niemand bekennt. Sie wissen schon: Die Freundin eines Freundes hat gehört, OB Steffen Scheller und MdB Dietlind Tiemann hätten sich - im Büro der Klinik-Geschäftsführung! - impfen lassen. Dutzende andere auch. Heilige Einfalt. Glaubt wirklich jemand, dass sich ein so vorsichtiger Pedant wie Steffen Scheller außer der Reihe impfen lassen würde? Oder Dietlind Tiemann, die sich nicht mal einen Kaffee bezahlen lässt? Ich glaube es nicht! Und frage lieber wegen der veränderten Impfstrategie nach bei Andreas Griebel vom DRK-Impfzentrum und Gabriele Wolter vom Klinikum, wie es an der Impffront aussieht. Von illegalen Impforgien wissen die nichts. Gäbe es Missbrauch, würden nämlich auch sie ihren Allerwertesten riskieren. Also Vorsicht mit Gerüchten!
Manchmal bleibt indes nur Ratlosigkeit. Da soll am letzten Tag der Weihnachtszeit zu Mariä Lichtmess eine Kerze am Christbaum in einer Wohnung in der Altstadt entzündet werden. Und was passiert? Der Funke löscht das Leben eines Ehepaares aus. Das Leben der Pfarrer Mechtild und Christian Löhr, die seit 30 Jahren wie die Gotthardtkirche selbst zum Stadtbild von Brandenburg gehört haben, die Licht und Freundlichkeit versprüht haben. Ich bin traurig!
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge kann und muss man derzeit staunend zur Kenntnis nehmen, was in der Brandenburger Lokalpolitik los ist. Um im Rathaus zumindest auf dem Papier eine Mehrheit zu schmieden, die ohne die Stimmen der AfD auskommt, wird gefeilscht wie auf einem Basar. Noch einen Beigeordnetenposten für die CDU? Aber bitte, gerne doch! Einen für die SPD? Klar, aber kein wichtiges Ressort. Wissen doch alle, dass die nicht so mit Kohle können. Und weil der Kandidat der Freien Wähler nur Bildung und Sport kann - dann kriegen die das doch. Plus Gedöns, wie Ex-Kanzler Schröder sagte, also Soziales. Und die Grünen, damit das mal klar ist, die kriegen gar nix! 
Sie schauen nicht mehr durch? Kein Problem, damit sind Sie nicht allein. Meine steile These: Die SPD-Genossen sind die neuen Linken! Sie bekommen mit Daniel Keip den nettesten Beigeordneten ever. Und der darf sich dann in der Verwaltungshierarchie in der Liga von Wolfgang Erlebach einsortieren. Politik machen dann die Buddys von CDU, FW und denen, “deren Namen man nicht nennt”. Das wird die SPD wahrscheinlich zerreißen. Aber so funktioniert Politik. Mit dem gleichen Trick hat die CDU ja schon die Linken platt gemacht.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Newsletter-Lektüre und ein bisschen erhöhten Puls. Die nächste Ausgabe der Havelpost haben Sie am kommenden Freitag in Ihrem Mailfach.
Herzliche Grüße
Ihr
Benno Rougk
Redaktionsleiter
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Kormorane bevölkern Gewässer der Havelstadt

Kormorane während der Wintertage am Havelufer.
Kormorane während der Wintertage am Havelufer.
Nanu, was war denn da in den letzten zwei Wochen auf den Gewässern der Stadt los? Plötzlich waren sie über und über mit Kormoranen bevölkert. Die MAZ hat einen Vogelexperten gefragt, woher die Tiere kamen.
Für den Potsdamer Manfred Pohl ist die massive Präsenz der Kormorane keine Überraschung. „Die Ufer vieler Havelgewässer waren gefroren. Die Tiere flogen dorthin, wo das Wasser noch floss. Dort gab es weiter viele Fische - und der Kormoran ist immer da, wo der Fisch ist", sagt der Leiter der Fachgruppe Ornithologie des Naturschutzbundes NABU.
Der Kormoran ist kein Zugvogel, sondern überwintert in der Region. „Für die Fischer an der Havel ist er ein ganz großer Fressfeind geworden und deshalb zum Teil auch verhasst“, weiß Pohl. Weil der Vogel keine natürlichen Feinde hat – für andere Raubvögel ist er schlicht zu groß – ist seine Population in den vergangenen 20 Jahren stark gewachsen. Dabei war der Kormoran in Mitteleuropa einmal fast ausgerottet – eben weil er sich fast ausschließlich von Fisch ernährt und dem Menschen ein Ärgernis war. Ein anderes beim Menschen unbeliebtes Tier gefährdet die Kormorane allerdings schon: der Waschbär. Wenn sich diese in der Nähe einer Brutkolonie der Kormorane ansiedeln, sind die Eier derart gefährdet, dass die Vögel diese Brutplätze aufgeben.
Der Name stammt übrigens vom schwarzen Federkleid des Kormorans ab. Er wurde deshalb schon in der Antike als „Rabe des Meeres“ bezeichnet. Aus dem „Corvus marinus“ entstand der deutsche Name. Das Füttern der Kormorane hält Vogelexperte Pohl übrigens nicht für notwendig. „Die kommen alleine klar“, sagt er.  
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Leute Leute...

Es gibt sie, die kleinen Geschichten, die es normalerweise nicht in die Berichterstattung der MAZ schaffen. Hier schreiben wir sie dennoch auf, weil sie von den Menschen handeln, die in Brandenburg an der Havel leben.
Thomas Fiedler (Foto: Böhme)
Thomas Fiedler (Foto: Böhme)
Auch Berliner müssen lernen, dass es mehr bunte Hunde gibt. Und zwar von Thomas Fiedler. Der Brandenburger Immobilienmakler hat die jüngst entwickelten Baugrundstücke in Woltersdorf an Kaufinteressenten gebracht. Auch aus der Hauptstadt gab es Anfragen nach Lokalterminen. Eine Verabredung ging richtig in die Hose. Makler und Interessent warteten vergeblich aufeinander. Der eine in Woltersdorf bei Bensdorf. Der andere in Woltersdorf bei Berlin. Aus dem Geschäft wurde dann doch nichts. Achtung, es gibt auch noch Woltersdorf bei Luckenwalde, wobei die Aufzählung hier keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.
Gunter Haase (Foto: Böhme)
Gunter Haase (Foto: Böhme)
Ende Januar hatte sich Stadtwerke-Geschäftsführer Gunter Haase noch unbändig gefreut auf die neue Aufgabe als Chef der Brawag. „Endlich wieder was mit richtigem Bauen. Beim Gas- und Elektronetz verlegt man einfach und dann hat man viele Jahre Ruhe. Bei Trinkwasser und Abwasser gibt es immer etwas zu tun.“ Die Realität hat ihn schnell eingeholt, besser gesagt, sein Wunsch wurde prompt erfüllt. Gleich zwei Havarien gab es in den ersten Februartagen zu meistern: Erst eine in der Vorwoche am Schmöllner Weg, in dieser Woche dann den Rohrbruch in der Bauhofstraße.
Roswitha Lukas-Heger (Foto: Gesundheitszentrum Brandenburg)
Roswitha Lukas-Heger (Foto: Gesundheitszentrum Brandenburg)
Fünf Jahre Geduld zahlen sich am Ende aus. Roswitha Lukas-Heger aus Kirchmöser hat es in Finnland ausprobiert, in Norwegen und natürlich auch in Deutschland. Doch nie klappte es so richtig. Erst vor wenigen Tagen hat die Brandenburger Augenärztin die perfekten Seifenblasen in Brandenburg an der Havel hinbekommen – viel zu schade zum Platzen. Auf Facebook ein echter Hingucker. Wie das gelingt? Ihr Ehemann Torsten Heger, als Optikermeister und Optometrist ebenfalls ein Augenmensch, erklärt es: Windstille, mindestens minus 5 Grad Celsius, eine tief stehende Sonne, ein kalter Untergrund, gekühlte Seifenlösung und eine gute Kamera oder ein gutes Handy. Der Expertinnentipp aus Kirchmöser: Die Seifenlösung ist das Hauptproblem. Fit oder Pril sind nicht sonderlich geeignet. Seifenblasenflüssigkeit für Kinder ist ganz gut. Am besten sind 100 Milliliter Wasser mit 25 Milliliter Fairy-ultra-plus-Konzentrat und dazu ein halber Teelöffel Zucker. Na dann.
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Das ist diese Woche in der Stadt wichtig

Impfzentrum in Brandenburg an der Havel: Neustart mit Hindernissen
Rettungsaktion auf der Havel: Einsatzkräfte ziehen eingebrochene Frau aus dem Eis
Fahrradfalle Tram-Schiene: Ministerium stellt Fördermittel für Brandenburg an der Havel in Aussicht
Verwirrspiel um Chefdirigenten der Brandenburger Symphoniker
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Das ist diese Woche im Umland wichtig

Brielow: Land blockt Camping auf Blugesa-Gelände am Beetzsee ab
Landrat will mehr Einfluss am Krankenhaus in Bad Belzig
Winterfreuden: Vom Vergnügen, im Eisloch zu angeln
Bilder gesucht: Golzows schönste Orte auf Facebook
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Wohin am Wochenende?

Wolfgang Haak auf dem Planetenwanderweg. (Foto: Bürstenbinder)
Wolfgang Haak auf dem Planetenwanderweg. (Foto: Bürstenbinder)
Auf diese Frage kann es bei den prognostizierten Temperaturen nur eine Antwort geben: hinaus in die Natur! Nun kann man einfach fröhlich seine sechs und ein paar zerquetschte Kilometer lange Runde um den Gördensee drehen oder den Marienberg im Herzen der Stadt erklimmen. Nicht falsch verstehen, beides sind ganz wunderbare Ausflugsziele. Eine Tour mit richtigem Mehrwert aber findet sich zwischen Groß Kreutz und Deetz.
Dort hat Wolfgang Haak einen Planetenwanderweg erdacht. Einmal quer durchs Sonnensystem - das geht hier auf 3,4 Kilometern und in etwa einer Stunde. Der Weg führt unter Eichen und Rüstern, vorbei an Weißdorn und Hagebutte, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, entlang eines uralten Bauernweges, der wahrscheinlich schon vor dem Chausseebau als kürzeste Verbindung zwischen Groß Kreutz und Deetz diente.
Ankunft am Jupiter mit seinen Monden Io, Europa, Ganymed und Kallisto (Foto: bür)
Ankunft am Jupiter mit seinen Monden Io, Europa, Ganymed und Kallisto (Foto: bür)
An zehn Stellen zwischen beiden Orten hat der Groß Kreutzer Haak maßstäblich Findlinge verteilt, die neben der Sonne die acht Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun samt ihren Monden repräsentieren. Auch an Pluto, 2006 zum Zwergplaneten degradiert, hat der pensionierte Lehrer gedacht. Zu jedem Steinplatz gehört eine Informationstafel, die Auskunft über die wichtigsten Eigenschaften des jeweiligen Himmelskörpers gibt. Also: Schnappen Sie die Kids, den Hund oder mit wem Sie sonst unter einem Dach leben und ab auf Entdeckungstour durchs Sonnensystem. Die Raumanzüge können dabei übrigens im Schrank bleiben.
Der Sonnensystemweg zwischen Groß Kreutz und Deetz.
Der Sonnensystemweg zwischen Groß Kreutz und Deetz.
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Bilderrätsel

Wo - und was - ist das?
Wo - und was - ist das?
Eine regelmäßige Rubrik in der Havelpost ist das MAZ-Bilderrätsel. Hier werden Aufnahmen von Gebäuden und Orten der Stadt gezeigt. Und Sie, liebe Leser, raten (oder wissen?), worum es sich handelt.
Wo in Brandenburg an der Havel ist dieses Foto aufgenommen worden? Wer es weiß, schreibt die Antwort bis Montag, 22. Februar, um 12 Uhr per Mail an brandenburg-stadt@maz-online.de. Alle korrekten Antworten kommen in einen Lostopf, aus dem wird der Gewinner gezogen. Diesen vermelden wir dann im nächsten Newsletter, der am 26. Februar in Ihr Postfach flattert. Der Preis ist eine historische Ansichtskarte aus Brandenburg an der Havel. Viel Erfolg!
Die Lösung des Rätsels aus der vergangenen Woche lautet: Das Bild zeigt die Sporthalle an der Vereinsstraße in Brandenburg an der Havel. Aus den Einsendungen haben wir Ulf Mehlhorn aus Brandenburg als Gewinner ausgelost. Herzlichen Glückwunsch!
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Stephan Bodens Woche

Stephan Bodens Hund Günther im Schnee. (Foto: privat)
Stephan Bodens Hund Günther im Schnee. (Foto: privat)
Wie ist das Leben in Brandenburg an der Havel mit Corona und den damit einhergehenden Einschränkungen des Lebens? Wir konnten den in Brandenburg an der Havel lebenden Autor Stephan Boden für eine wöchentliche Kolumne gewinnen, in der er seine Erlebnisse und Beobachtungen aus der Stadt - und darüber hinaus - humorvoll und pointiert schildert. Aktuell treibt ihn um: Der Wintereinbruch und wie er die Corona-Pandemie kurzzeitig von Platz 1 der meistdiskutierten Themen verdrängte. Hier können Sie die aktuelle Folge von “Bodens Woche” nachlesen.
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Der Blick in die Heimatgeschichte

Der 75-Pfennig-Notgeldschein der Stadt Friesack (Havelland) von 1921 zeigt die Zerstörung der Friesacker Burg des Dietrich von Quitzow 1414 durch Markgraf Friedrich I. (Repro: Sammlung Hesse)
Der 75-Pfennig-Notgeldschein der Stadt Friesack (Havelland) von 1921 zeigt die Zerstörung der Friesacker Burg des Dietrich von Quitzow 1414 durch Markgraf Friedrich I. (Repro: Sammlung Hesse)
Wussten Sie, liebe Newsletter-Leser, das schon? Die Hohenzollern begründeten vor 600 Jahren ihren Ruhm im Märkischen auch auf dem Rücken adeliger Familien. Ein Brandenburger Historiker zeigt nun, wer alles die damaligen Ereignisse geschickt zum eigenen Vorteil umgemünzt hat.
Hier die finsteren Raubritter, dort der friedensstiftende Landesherr – so wird seit vielen Zeiten vermittelt, taucht auch in wissenschaftlich ernstzunehmenden Büchern auf und muss also wahrste Wirklichkeit sein. Wer sich diese Episode in der Brandenburgischen Landesgeschichte genau so bewahren will, liest jetzt nicht weiter. Die anderen erleben eine Überraschung oder ahnen, was kommt.
Clemens Bergstedt, promovierter Historiker und Leiter des Burgmuseums in Ziesar, befasst sich jedenfalls seit Jahren mit der Adelsfamilie von Quitzow und ihrer Rolle in der Landesgeschichte. Überraschung: war irgendwie doch alles ganz anders. In der historischen Quartals-Zeitschrift „Die Mark“ schildert Bergstedt den Konflikt zwischen dem ersten Brandenburger Markgrafen aus dem Hause der Hohenzollern auf der einen und den märkischen Adelsfamilien auf der anderen Seite anschaulich und sorgt für so manch neue Erkenntnis. Böse Hohenzollern, unschuldiger märkischer Adel? Nun ja, ganz so einfach ist es, oh Wunder, dann doch wieder nicht. Für die MAZ hat sich Heiko Hesse intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt - er erklärt anschaulich, wie man die Quitzows einst als Raubritter brandmarkte.
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