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Flucht vor dem Krieg ++ Landwirtschaft im Wandel ++ Warum die Malge Malge heißt

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
schön, dass Sie unsere Mail geöffnet haben und sich auf Ihren MAZ-Newsletter freuen. Die Havelpost steckt wieder voller Namen, Nachrichten und Tipps aus Brandenburg an der Havel und Umgebung.
Wie haben Sie in den letzten Tagen geschlafen? Ziemlich sicher besser als jeder Mensch, der sich aktuell in der Ukraine befindet und Nacht für Nacht mit Bombardements und russischen Raketenangriffen rechnen muss. Wie grausam muss das sein, die Kinder unterm Arm, im Keller Schutz suchend und bangend, dass man den nächsten Tag noch erleben darf? Dieser kurze Bericht aus dem Heute-Journal geht mitten ins Herz. Er begleitet die Kiewerin Lilia mit ihren Kindern. Die Fünfjährige, leidenschaftliche und erfolgreiche Tänzerin - sie tanzt nicht mehr. Victoria ist verstummt. Unten im Bunker gibt es keine Fröhlichkeit. Mit ihrer kleinen Schwester bastelt sie nun Pistolen aus Lego - um die Feinde zu töten.
Maria und Tochter Lilia sind aus der Ukraine geflohen. (Foto: Großmann)
Maria und Tochter Lilia sind aus der Ukraine geflohen. (Foto: Großmann)
Diesem Horror entkommen sind inzwischen Hunderttausende. Zu ihnen zählt Maria, die es mit der zweijährigen Tochter Lilia und ihrem Ehemann nach Brandenburg geschafft hat. Mit ihnen kamen am Mittwochabend 100 weitere ukrainische Kriegsflüchtlinge in der Stadt an. Sie wurden, so die Eindrücke meines Kollegen André Großmann, großartig von den neun Mitarbeitern des Vereins Soziale Arbeit Mittelmark und vielen Freiwilligen in Empfang genommen. Überhaupt beeindruckt das Engagement vieler, vieler Menschen in Brandenburg und eine Solidarität, die man in den vergangenen zwei Jahren fast schon aussichtslos verloren glaubte.
Denn ja, man muss in dieser Situation auch den Bogen zur Corona-Pandemie spannen. Wenn ich die mutigen Menschen sehe, die in Russland gegen diesen wahnsinnigen Angriffskrieg - der auch in ihrem Namen stattfindet - demonstrieren, die niedergeknüppelt und ins Verließ geworfen werden, dann wächst meine Abscheu gegen die, die bei ihren (grundsätzlich völlig legitimen) Anti-Corona-Maßnahmen-Demos behaupten, in Deutschland dürfe man seine Meinung nicht mehr frei aussprechen.
Die sollten mal ganz genau hinsehen, was in Russland gerade passiert: Mehr als 7000 Festnahmen von Menschen, die gewaltlos und friedlich gegen den Krieg protestierten, wurden dort binnen einer Woche gezählt. Darunter in St. Petersburg eine 77-Jährige, deren Verbrechen es war, selbst gemalte Bilder hochzuhalten. Elena Osipova ist eine der bekanntesten Überlebenden der deutschen Blockade von Leningrad, die eine Million Zivilisten das Leben kostete. Bei einer anderen Versammlung in Moskau klickten die Handschellen für zwei junge Mütter, die mit ihren insgesamt sieben Kindern ihren friedlichen Protest zum Ausdruck bringen wollten. Sie alle wurden hinter Gitter gesteckt - die Kinder sind zwischen sieben und elf Jahre alt. Das, werte Querdenker, ist eine Diktatur.
Am Sonntag um 18 Uhr findet am Fuße der Friedenswarte auf dem Marienberg übrigens wieder eine Mahnwache statt. Aufgerufen dazu haben OB Steffen Scheller sowie Vertreter von Hilfs-Netzwerken, Vereinen, Kirchen und politischen Akteuren. “Das Zusammenkommen dient dem gemeinsamen Gedenken an die Menschen in der Ukraine. Alle Brandenburgerinnen und Brandenburger sind herzlich eingeladen”, heißt es aus dem Rathaus. 
Ganz anderes Thema in eigener Sache: Ein Jahr lang schaut die MAZ den Bauern in Potsdam-Mittelmark bei ihrer Arbeit über die Schulter. Wir gehen im Rahmen dieses langfristigen Projekts der Frage nach, wie Lebensmittel im Landkreis produziert werden - und welchen Herausforderungen sich die Landwirte gegenüber sehen. Kleiner Spoiler: es sind viele. Den Anfang macht in dieser Woche der Hof von Anja Nagora in Göhlsdorf. Ein kleines Porträt in Videoform finden Sie oben.
Haben Sie Fragen, Wünsche, Anregungen zu unserer Havelpost? Dann schreiben Sie mir unter philip.rissling@maz-online.de.
Verzagen Sie nicht,
Ihr Philip Rißling
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Leute Leute...

Walter Paaschen (Foto: Böhme)
Walter Paaschen (Foto: Böhme)
Unfassbar, aber wahr: Im Flüchtlingswohnheim in der Upstallstraße gibt es kein WLAN. Marten Bengemann-Johnson vom Verein Soziale Arbeit Mittelmark (SAM) und SVV-Vorsteher Walter Paaschen (CDU) tauschten sich am Mittwoch dazu aus. Während Bengemann-Johnson mit der Telekom liebäugelte, brachte Paaschen plötzlich eine Kooperation mit dem Tiemann-Unternehmen RFT ins Gespräch. „Ich kann da was vermitteln“, sagte er. Das glaubt man gern. In den nächsten sieben Tagen soll die Verbindung im Wohnheim endlich stehen. Wer auch immer dafür sorgt.
Daniel Keip zeigt Solidarität mit der Ukraine. (Foto: hscu)
Daniel Keip zeigt Solidarität mit der Ukraine. (Foto: hscu)
Auch Protestaktionen wie die Mahnwache und Versammlung gegen Putins Krieg in der Ukraine wollen ordentlich vorbereitet sein. Kommunalpolitiker haben dabei bislang nicht gekannte Fähigkeiten nachgewiesen: SPD-Chef Daniel Keip setzte sich persönlich an die Nähmaschine, um aus blauen und gelben Geschenkbändchen Ansteckschleifen in den ukrainischen Nationalfarben zu fertigen. Und Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) hat an seinem privaten Drucker die Großbuchstaben für die Solidaritätsbekundung ausgedruckt, die von 32 Menschen hochgehalten wurden.
Martin Herz (Foto: privat)
Martin Herz (Foto: privat)
Hobbyfotograf und Influencer Martin Herz lebt jetzt nicht mehr in der Innenstadt, sondern in Mahlenzien. Weil er hier Ruhe und neue Kraft findet, hat er schon alle Motive für seinen Fotokalender zum Jahr 2023 zusammen. So zeigt er unter anderem die Havel bei Götz und eine Landschaft in der Nähe der Malge. „Ich mache das aus Leidenschaft für die Natur, meine Heimat und die Fotografie. Vielleicht war die Rückkehr in mein Heimatdorf ein neuer Impuls. Hier schätze ich die Atmosphäre, sie hat etwas Entschleunigendes“, sagt der 37-Jährige.
Janik Schwechheimer fährt zum Landeswettbewerb. (Foto: hscu)
Janik Schwechheimer fährt zum Landeswettbewerb. (Foto: hscu)
Chris Letz (19) aus Wollin und Janik Schwechheimer (20) aus Görzke sind Regionalsieger im Wettbewerb „Jugend forscht“. Damit qualifizieren sich die beiden angehenden Industriemechaniker des ZF-Getriebewerks für den Landeswettbewerb am 24. Und 25. März in Schwarzheide. Die Auszubildenden des dritten Lehrjahrs haben einen „Schleifbandhalter für Drehmaschinen“ entwickelt und gebaut, der die Sicherheit beim Arbeiten an Drehmaschinen erheblich erhöht.
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Das ist diese Woche wichtig

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Das ist im Umland los

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Foodsharing: Ann Kocakaya kämpft gegen Lebensmittelverschwendung
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Damsdorf feiert Open-Air-Party statt Frauentagsfeier
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Wohin am Wochenende?

Der Landesjugendchor Brandenburg (Foto: Wiebke Duerholt).
Der Landesjugendchor Brandenburg (Foto: Wiebke Duerholt).
Ein Konzert für den Frieden erlebt das Publikum am 6. März im Theater in Brandenburg an der Havel. Die Sänger widmen ihr Konzert den Menschen in der Ukraine. Der Landesjugendchor bekommt dabei Unterstützung von Saldern-Schülern. Karten gibt es in der MAZ-Ticketeria.
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Bilderrätsel

Wo in Brandenburg ist das? (Foto: Hesse)
Wo in Brandenburg ist das? (Foto: Hesse)
In jeder neuen Havelpost steckt ein neues MAZ-Bilderrätsel. Hier werden Aufnahmen von Gebäuden und Orten der Stadt gezeigt. Und Sie, liebe Leser, raten (oder wissen?), worum es sich handelt.
Wo in Brandenburg an der Havel ist dieses Foto aufgenommen worden? Wer es weiß, schreibt die Antwort bis Montag, 7. März, 12 Uhr, per Mail an brandenburg-stadt@maz-online.de. Alle korrekten Antworten kommen in einen Lostopf, aus dem wird der Gewinner gezogen. Diesen vermelden wir im nächsten Newsletter, der am 11. März in Ihr Postfach flattert. Der Preis ist eine historische Ansichtskarte aus Brandenburg an der Havel. Viel Erfolg!
In der vergangenen Woche suchten wir die Katharinenkirche. Aus den Einsendungen haben wir Artjom Maletzki aus Potsdam als Gewinner ausgelost. Herzlichen Glückwunsch!
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Stephan Bodens Woche

Hunderte versammelten sich jüngst zu einer Mahnwache an der Friedenswarte. (Foto: Hesse)
Hunderte versammelten sich jüngst zu einer Mahnwache an der Friedenswarte. (Foto: Hesse)
Auch der Brandenburger MAZ-Kolumnist Stephan Boden beschäftigt sich in dieser Woche mit dem Krieg gegen die Ukraine. Bei aller Grausamkeit schöpft er ein wenig Hoffnung. Die Bereitschaft der Menschen in der Stadt, Hilfe zu leisten, findet er atemberaubend. Aber lesen Sie selbst.
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Der Blick in die Heimatgeschichte

Die Malge in Brandenburg an der Havel auf einer Ansichtskarte um 1900 (Foto: Sammlung Hesse).
Die Malge in Brandenburg an der Havel auf einer Ansichtskarte um 1900 (Foto: Sammlung Hesse).
Alle fahren gerne an die Malge: Der Name für dieses schöne Fleckchen Brandenburg am Breitlingsee gibt seit Jahrzehnten Rätsel auf. Unser Kollege Heiko Hesse hat sich auf Spurensuche begeben - herausgekommen ist ein wahrer Indizienprozess.
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