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Frei und Freiheiten ++ Aufbruch in Kirchmöser ++ Trauer ums Marzahner Eck

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
schön, dass Sie unsere Mail geöffnet haben und sich auf Ihren MAZ-Newsletter freuen. Die Havelpost hat auch in dieser Woche viele Namen, Nachrichten und Tipps aus Brandenburg an der Havel und Umgebung in petto.
Und einen Sack voller Freiheiten. Nehmen wir Fritze Bollmann mal als gutes Beispiel zuerst. Klaglos saß er monatelang unter einem Vollkörperschutz, sah nichts außer Plane und hörte seine Umgebung nur dumpf. Am Donnerstag, also gestern, feierte er seinen eigenen Freedom Day. Man nahm die Plane ab und der Brunnenexperte nahm gleich die fragile Wasserspeitechnik in Augenschein, damit der hübsche Bollmannbrunnen wieder schön sprudeln kann. Petri heil, guter Fritze.
Der Bollmannbrunnen wird wieder frühlingsfein gemacht. (Foto: Hesse)
Der Bollmannbrunnen wird wieder frühlingsfein gemacht. (Foto: Hesse)
Brandenburg an der Havel ist so frei, einstmals wichtige Gäste in diesem Jahr nicht einzuladen. Am 27. April erinnert die Stadt an die Befreiung des Zuchthauses 1945 durch die Sowjetarmee. Kurz darauf hatten die Rotarmisten die ganze Stadt von dem braunen Dreck befreit, wofür ihnen ewige Dankbarkeit gebührt. Aus verständlichen, aktuellen Gründen möchte die Stadt gerade jetzt nicht mit offiziellen Vertretern der russischen Regierung am Ehrenmal Kränze niederlegen. Also lädt die Stadt die russische Botschaft nicht ein. Das Gedenken findet natürlich statt. Ebenso wie die Mahnwache für den Frieden vor dem Altstädtischen Rathaus am Sonntag um 18 Uhr.
Mehr Platz zur freien Entfaltung der Menschen fordern die Brandenburger Bündnisgrünen und machen sich für einen autofreien Sonntag in der Stadt stark, und zwar für einen monatlichen. Eigentlich stößt das Thema gleich mehrere Aspekte an: weniger Verkehr in der Innenstadt, mehr Sicherheit für Radler und Fußgänger, mehr Lebensqualität und ein wenig Autoverzicht, was der Umwelt und dem Spritverbrauch gut tut. Die lokale Autolobby wienert schon die SUVs und grummelt “Freie Fahrt für freie Bürger”. Aber vielleicht setzt sich in dieser Debatte ja der Satz von Rosa Luxemburg durch: “Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden”. Autos haben eben nicht permanent Vorfahrt.
Oder man darf sich nicht dabei erwischen lassen.
Polizeikontrolle am Sonntag an der Fischerstraße. (Foto: Hesse)
Polizeikontrolle am Sonntag an der Fischerstraße. (Foto: Hesse)
Immer wieder huschen Autos an den Sperrschildern vorbei über die enge Stelle am Neustädtischen Markt, weil sie keine Lust auf eine Stadtrundfahrt haben. Noch wird am Molkenmarkt gebaut und man muss im großen Bogen um die Innenstadt fahren, wenn man zum Beispiel von der Steinstraße zum Dom will. Nur Linienbusse und Rettungswagen dürfen den Engpass nutzen. Nun kann man darauf pfeifen, ein “Ich bin so frei” anstimmen und trotzdem durchfahren. Aber die Polizei schaut auch schon mal vorbei. Am vorigen Sonntag haben die Beamten ein paar Falschfahrer erwischt.
An die Falschen werden demnächst auch jene Typen geraten, die diesen Frauen zu nahe kommen. Bei Michael Hagemann in Kirchmöser lernen diese Frauen die Kunst der Selbstverteidigung. Sie möchten ihre Freiheit behalten, unbehelligt durch die Straßen und das Leben zu gehen.
Oder in Clubs und Diskos, die jetzt wieder öffnen dürfen. Nicht dass Corona besiegt und Geschichte sei. Aber die Bundes- und Landesregierungen sind dermaßen zuversichtlich, dass alles gut bleibt, dass sie öffentliche Partys und andere Tanzlustbarkeiten ohne Einschränkungen zulassen. Da reißt mancher Betreiber frenetisch die Hände zum Himmel, andere gehen gelassener ran. Bei Klaus Dölle im Studentenkeller IQ bleibt es bei den Tests: Mittanzen kann nur, wer negativ ist.
Und was fangen Sie so mit ihrer Freiheit an? Denken Sie sich Ihren Teil? Planen Sie den nächsten Urlaub? Der ist seuchentechnisch zwar möglich, wird aber aus finanziellen Gründen schwieriger. Auch Reisen werden teurer.
Oder man macht es wie Joachim Gohlke. Der Brandenburger hat seiner Heimatstadt vor ein paar Jahren den Rücken gekehrt und sich in Thailand niedergelassen. Von dort kam er der Bitte vom vorherigen Newsletter nach und sandte ein schönes Sonnenfoto.
Sonnengruß aus Thailand. (Foto: Gohlke)
Sonnengruß aus Thailand. (Foto: Gohlke)
Genießen Sie die Zeit, lassen Sie sich nicht ärgern und wenn Ihnen Unbehagen entgegenkommt, wechseln Sie einfach die Straßenseite. Und vergessen Sie bitte nicht die Spende für die Ukraine-Hilfe.
Ihr Heiko Hesse
Haben Sie Fragen, Wünsche, Anregungen zu unserer Havelpost? Oder Sonnenbilder aus sonstewo? Dann schreiben Sie mir unter heiko.hesse@maz-online.de.
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MAZ-Quiz: Karten für die Laga in Beelitz zu gewinnen!

Per Klick aufs Bild geht es direkt zum Quiz.
Per Klick aufs Bild geht es direkt zum Quiz.
Unter dem Motto “Gartenfest für alle Sinne” eröffnet am 14. April die LaGa in Beelitz. Sie können kostenlos dabei sein, wenn Sie am MAZ-Quiz teilnehmen. Wir drücken Ihnen die Daumen!
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Leute Leute...

Carsten Eichmüller (Foto: Wirsing)
Carsten Eichmüller (Foto: Wirsing)
Einmal im Monat treffen die Ortsvorsteher und -beiräte mit Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) zusammen, um Probleme und Entwicklungen in den Ortsteilen zu besprechen. Doch ganz so konstruktiv scheint das nicht immer zu verlaufen, das Treffen hat längst die Bezeichnung „Bittsteller-Runde“ weg, wie Ortsvorsteher Carsten Eichmüller (SPD) aus Kirchmöser verrät.
Hanno Stapperfenne (Foto: Schulze)
Hanno Stapperfenne (Foto: Schulze)
Verraten gefühlt hat sich Hanno Stapperfenne bei seiner allerersten Begegnung mit Vertretern der Heilsarmee. „Das war ausgerechnet auf der Reeperbahn in Hamburg. Sie leisten dort eine hervorragende seelsorgerische Arbeit mit ihrem Missionsteam und der Tagesstätte“, lobt der Geschäftsführer der evangelischen Abhängigenhilfe in Brandenburg an der Havel. „Ich stehe sonst nicht so auf Uniformen, aber in diesem Fall konnte man sie daran gut ausmachen.“
Daniele und René Seyfert (Foto: privat)
Daniele und René Seyfert (Foto: privat)
Jahrelang haben die Lehniner René und Daniela Seyfert von einem Urlaub auf den Malediven geträumt. Ihr Wunsch wurde wahr, doch anders als gedacht. Schon am Frankfurter Flughafen gab es Probleme, weil sich plötzlich die Abflugzeiten veränderten. Das Paar kam zwar auf den Malediven an, aber ihre Koffer nicht, weil sie noch am BER lagen. „Wir hatten außer einem Bikini und einer Badehose keine Kleidung dabei und das auch nur, weil meine Frau so clever war, die Sachen ins Handgepäck zu legen“, sagt Seyfert. Sein Reisebüro war trotz mehrfacher Anfragen nicht erreichbar, die nachgezogenen Flitterwochen wurden zu einer Herausforderung. Weil Not erfinderisch macht, folgte am vierten Tag der Reise eine Tour in den Souvenirshop. Weil Seyfert 1,98 Meter groß ist, gab es für ihn aber nur ein T-Shirt mit der Aufschrift „I love Maledives“. Am Ende gab es aber doch noch ein Happy-End. „Die Vielfalt der Insel und der Service im Hotel haben uns zwar gerettet, der Urlaub war aber mehr als abenteuerlich“, sagt Seyfert. Seine Kleidung kam schließlich doch noch an, aber erst einen Tag vor der Abreise.
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Das ist diese Woche wichtig

Das Klubhaus der Eisenbahner am Seegarten. (Foto: Eichmüller)
Das Klubhaus der Eisenbahner am Seegarten. (Foto: Eichmüller)
Kirchmöser im Aufwind? Das wäre doch mal was. Lange war es eher still um diesen schönen, dreigeteilten Ort in der Stadt Brandenburg, und nun dies. Erst gibt es für den Seegarten einen großen Hoffnungsschimmer. Es scheint, dass ein kompetenter und solventer Entwickler für das Klubhaus und das Klinikgebäude gefunden worden ist. Und dann tauchte noch die frohe Botschaft auf, dass nun endlich ein Exposé zur Entwicklung der Brache an der Ufer-/Ecke Bahnhofstraße vorliegt. Wer jetzt eine hübsche Runde auf dem Havelradweg dreht, kommt an beiden Potenzialen vorbei. Vielleicht sieht es dort in absehbarer Zeit ganz anders aus.
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Das ist im Umland los

Karin und Dietmar Schütze. (Foto: Bürstenbinder)
Karin und Dietmar Schütze. (Foto: Bürstenbinder)
Es ist doch zum Heulen. Mit dem “Marzahner Eck” macht die nächste Dorfgaststätte nicht. Der Grund ist ein Klassiker: Die Wirtsleute fanden keine Nachfolger. Das Frühstück an der spitzen Ecke, an der zwei Landesstraßen aufeinander treffen, bleibt unvergessen.
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Wohin am Wochenende?

Dirigent Hugo Ticciati. (Foto: Borggreve)
Dirigent Hugo Ticciati. (Foto: Borggreve)
Die Brandenburger Symphoniker spielen am Wochenende Werke skandinavischer Komponisten: Im 6. Sinfoniekonzert der Saison erklingen im Großen Haus des Brandenburger Theaters Stücke von Edvard Grieg, Albert Schnelzer und Jean Sibelius. Der junge Dirigent Hugo Ticciati wird am Pult stehen.
Reckahn reitet in die grüne Saison: Landfrauen unterstützen Pferdesportler mit Ostermarkt
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Bilderrätsel

Wo ist das? (Foto: Hesse)
Wo ist das? (Foto: Hesse)
In jeder neuen Havelpost steckt ein neues MAZ-Bilderrätsel. Hier werden Aufnahmen von Gebäuden und Orten der Stadt gezeigt. Und Sie, liebe Leser, raten (oder wissen?), worum es sich handelt.
Wo in Brandenburg an der Havel ist dieses Foto aufgenommen worden? Wer es weiß, schreibt die Antwort bis Montag, 11. April, 12 Uhr, per Mail an brandenburg-stadt@maz-online.de. Alle korrekten Antworten kommen in einen Lostopf, aus dem wird der Gewinner gezogen. Diesen vermelden wir im nächsten Newsletter, der am 15. April in Ihr Postfach flattert. Der Preis ist eine historische Ansichtskarte aus Brandenburg an der Havel. Viel Erfolg!
In der vergangenen Woche suchten wir die Arke in Kirchmöser-Ost. Aus den Einsendungen haben wir Ilona Senf aus Genthin als Gewinnerin ausgelost. Herzlichen Glückwunsch!
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Stephan Bodens Woche

Die Neuendorfer Seilfähre. (Foto: Hesse)
Die Neuendorfer Seilfähre. (Foto: Hesse)
Ron Garcia wusste nicht mehr, wie ihm geschah. In einer Facebook-Gruppe schickte er die Leute in den April, in dem er verkündete, die Neuendorfer Fähre habe einen Totalschaden und falle diese Saison aus. Ein Shitstorm erster Güte brach über ihn herein. MAZ-Kolumnist Stephan Boden findet das ziemlich bedenklich, und damit ist nicht der Scherz gemeint. Aber lesen Sie selbst.
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Der Blick in die Heimatgeschichte

Schlachterei am Molkenmarkt im 19. Jahrhundert. (Foto: Sammlung Hesse)
Schlachterei am Molkenmarkt im 19. Jahrhundert. (Foto: Sammlung Hesse)
Liebe Leute von der Hygiene, beim Anblick dieses Bildes müsst Ihr ganz stark sein. Es entstand im späten 19. Jahrhundert und zeigt, wie man dazumal Schweine zerlegte und in Wurst und Schnitzel verwandelte. Heute würdet Ihr solchen Betrieb schneller schließen, als der Schlachter sein Messer gezückt hätte. Aber damals ward Ihr noch nicht geboren und gingen manche Mitbürger auch wegen verdorbenem Fleisch zugrunde. An dieser Stelle entstand das Haus, das vielen Brandenburgern als Fleischerei Ewald ein guter Begriff ist. Aber auch dieser Betrieb ist inzwischen Geschichte.
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