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Fünf neue Impfstellen in der Stadt ++ Gaspreise explodieren ++ Brandenburgerin findet Herzblatt im TV

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Hallo liebe Leserinnen und Leser,
was waren die Aufreger der Woche, die Irrungen und Wirrungen, die ärgerlichen und die schönen Dinge, die mich in den zurückliegenden Tagen begleitet haben? Das ist die Frage, die ich mir stelle, bevor ich donnerstags daran gehe, das Editorial für unsere Havelpost zu schreiben. Und den haben Sie jetzt geöffnet. Was mich freut. 
Wissen Sie, es macht mich ratlos und wirklich betroffen jetzt zu erleben, was gerade passiert. Sehenden Auges steuern wir als Stadt, als Land, als Republik auf eine Katastrophe zu, die wir vor einem Jahr – in milderer Form - schon einmal erlebt haben. Angesichts der explodierenden Zahl der Corona-Infizierten werden wir schon in wenigen Tagen wieder über drastische Einschränkungen unseres Lebens und ein trauriges Weihnachtsfest zu diskutieren haben. Und obwohl wir alle wissen, dass das passiert, beugt sich die Mehrheit (der Geimpften) dem lautstarken Widerstand der Minderheit (der Ungeimpften) und akzeptiert den Verlust eines Maßes an Freiheit, den ich nicht für möglich gehalten hätte. 
An welcher Stelle sind wir als Gesellschaft falsch abgebogen, dass wir heute Demagogie und Hetze vor Wissenschaft, Gemeinsinn und Freiheit stellen? Selbst wenn in Brandenburg jetzt in Windeseile zusätzliche neue Impfstellen installiert und Ungeimpften mancherorts der Zugang verweigert wird: Das Kind ist in den Brunnen gefallen, die Zahlen werden weiter ansteigen, die Krankenhäuser laufen voll. Als Journalist steht man – schon, weil man weiß, wie Politik und Verwaltungen funktionieren – einem starken Staat skeptisch gegenüber. Und dennoch: Was es jetzt braucht, sind zumindest klare Regeln und Einschränkungen für die, die den Eigensinn vor den Gemeinsinn stellen! Es ist doch absurd, wie mein Kollege Lauterbach in dieser Woche schrieb, dass ins Theater nur Leute dürfen, die geimpft oder genesen sind, aber die Künstler sich nicht einmal testen müssen! Genauso absurd ist es, Pfleger in Gesundheitseinrichtungen nicht zur Impfung zu verpflichten und gleichzeitig darüber zu diskutieren, ob nicht wieder Schulen geschlossen werden müssen. Hier muss auch einmal über Schuld und Verantwortung geredet werden! 
Wer trägt eigentlich Schuld daran, dass das zwar kleine, aber ambitionierte Wohnprojekt für private Häuslebauer auf der alten Ziegelei im Deutschen Dorf in dieser Woche platt gemacht wurde? Wahrscheinlich niemand. Denkmalschutz, Stadtsanierung, Stadtplanung – sie alle werden mit den Schultern zucken und auf die „völlig überraschenden“ Ergebnisse der Bodenuntersuchung und der Probegrabungen verweisen. Und auch wenn es keine persönliche Schuld am Platzen der Bauherrenträume gibt: Das Scheitern strahlt wie ein Spot auf das Dilemma einer quasi noch immer nicht sichtbaren Stadtentwicklung.
Schauen wir uns um. Kleine, letztlich deutlich unattraktivere Städte wie Luckenwalde, Eberswalde oder Oranienburg explodieren geradezu, weil die dortigen Verwalter und Lokalpolitiker schon vor Jahren die Weichen stellten und Zuzug und Entwicklung über den Neubau von Wohnungen ankurbelten. Neuruppin (nur ein Drittel so groß wie Brandenburg an der Havel und Heimatstadt des Baubeigeordneten Michael Müller) hat 2019 prognostiziert, die Stadt müsse bis 2035 1300 neue Wohnungen bauen und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass mit den bereits laufenden und genehmigten Vorhaben bis 2023 80 Prozent davon bereits gebaut oder im Bau sind. 
Natürlich ist das nicht nur Zuzug, der in die neuen Häuser geht. In der Stadt Brandenburg ziehen Jahr für Jahr 3000 Haushalte um. Viele von denen würden auch in Neubauten ziehen, wie man das jetzt in der Neuendorfer Vorstadt erlebt hat. Aber es kämen auch viele neue. Der Bedarf nach großen Drei-, Vier- und Fünfraum-Wohnungen in urbaner Lage sei da und könne nicht bedient werden, klagt Wobra-Chef Stephan Falk. Und was passiert? Nichts. Es gibt defacto keinen Eigentums-Wohnungsmarkt, keinen kommunalen Wohnungsbau in urbaner Lage und auch kaum Bauflächen für Häuslebauer
Dabei wäre Platz da. Nun könnten Kritiker nicht ganz zu Unrecht anmerken: In der Stadt stehen noch hunderte Wohnungen leer und in Nord wächst der Leerstand mit der dort immer älter werdenden Mieterschaft und einem Sterbeüberschuss, der längst nicht mehr durch Zuzüge aufgefangen wird. Das stimmt. Doch das ändert doch nichts daran, dass diese leeren Wohnungen eben nicht in dem Maß nachgefragt werden. Also wird nicht gebaut und neu ausgewiesen? Das klingt ein bisschen wie: „Iss auf, sonst gibt es keinen Nachtisch!“ Aber wenn die Leute nicht nach Nord und Hohenstücken wollen, dann werden sie dort nicht hinziehen. Und die Stadt schrumpft weiter.   
Denken Sie also groß und genießen Sie trotz der widrigen Umstände das Wochenende. Wenn Sie etwas haben, wo Ihnen der Schuh drückt: Schreiben Sie mir unter Benno.Rougk@MAZ-online.de.
Ihr
Benno Rougk
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Leute Leute...

Es gibt sie, die kleinen Geschichten, die es normalerweise nicht in die Berichterstattung der MAZ schaffen. Hier schreiben wir sie dennoch auf, weil sie von den Menschen handeln, die in Brandenburg an der Havel und drumherum leben.
Janin Ribguth (Foto: privat)
Janin Ribguth (Foto: privat)
Den größten Erfolg ihrer Karriere hat Janin Ribguth eingefahren. Bei der Bowling-WM in Dubai holte sie im Doppel mit Martina Schütz aus Ingelheim den Weltmeistertitel. Das war das erste WM-Gold für die deutsche Mannschaft seit 16 Jahren. Im Finale ließen die beiden ihren Gegnerinnen aus Schweden keine Chance und gewannen mit 193 zu 181 sowie 224 zu 160 Pins. „Ich bin total happy über unseren Sieg. Das war trotz des harten Trainings in den letzten Wochen und Monaten nicht vorhersehbar. Umso schöner ist es, dass ein großer Traum in Erfüllung gegangen ist“, freut sich Ribguth, die zwei Mal pro Woche im Bowlingcenter Genthin trainiert. Fitnesstraining findet in ihrer Heimatstadt Brandenburg an der Havel statt, wo sie einem Trainer ganz besonders dankbar für seine Trainingsmethoden ist: Thomas Seide. Janin Ribguth startet seit elf Jahren für den VfL Wolfsburg in der Bundesliga. Sie spielt seit 1997 aktiv im Verein Bowling. Herzlichen Glückwunsch!
Steffen Scheller (Foto: Steiner)
Steffen Scheller (Foto: Steiner)
Die Booster-Impfung von Brandenburgs Oberbürgermeister Steffen Scheller rückt näher. „Ich bin ab dem 21. November impfberechtigt und werde diese Chance auf jeden Fall wahrnehmen“, sagt der 51-Jährige. Seine zweite Impfung hatte er im städtischen Klinikum, jetzt bucht er einen Termin im Gesundheitszentrum am Hauptbahnhof. Scheller appelliert an die Eigenverantwortung der Brandenburger. „Der Staat kann nicht alles regeln, die Leute müssen selber auf den Abstand und Hygieneregeln achten und Masken tragen, denn das schützt andere“. Er hofft, dass es so gelingt, die vierte Welle zu brechen.
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Das ist diese Woche in der Stadt wichtig

Städtisches Klinikum appelliert an Gäste – Besuchsverbot erwogen
Helden in Blau: Wie Brandenburger im Flutgebiet halfen
Brandenburger Stadtwerke erhöhen Gaspreise
KZ-Sachsenhausen-Prozess: Beweise gegen Josef S. erdrückend
Hochzeit auf den ersten Blick: Juliane bekommt Robert aus Halle
Tarifkonflikt bei Asklepios in Brandenburg: Erneut keine Einigung
Lions-Adventskalender: Letzte Exemplare sind zu haben
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Das ist im Umland los

Corona-Chaos: Die Grundschule in Ziesar öffnet trotz positiver Tests
Weihnachtsmärkte in PM: Was ist wann und wie trotzdem möglich?
2G-Pflicht: So startet der Adventsmarkt in Lehnin
In Schmergow eröffnet ein Drive-In mit Backstube
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Bilderrätsel

Wo ist das? (Foto: Hesse)
Wo ist das? (Foto: Hesse)
Eine regelmäßige Rubrik in der Havelpost ist das MAZ-Bilderrätsel. Hier werden Aufnahmen von Gebäuden und Orten der Stadt gezeigt. Und Sie, liebe Leser, raten (oder wissen?), worum es sich handelt.
Wo in Brandenburg an der Havel ist dieses Foto aufgenommen worden? Wer es weiß, schreibt die Antwort bis Montag, 22. November, 12 Uhr, per Mail an brandenburg-stadt@maz-online.de. Alle korrekten Antworten kommen in einen Lostopf, aus dem wird der Gewinner gezogen. Diesen vermelden wir dann im nächsten Newsletter, der am 26. November in Ihr Postfach flattert. Der Preis ist eine historische Ansichtskarte aus Brandenburg an der Havel. Viel Erfolg!
In der vergangenen Woche suchten wir die Technische Hochschule. Aus den Einsendungen haben wir Marina Meinke aus Potsdam als Gewinnerin ausgelost. Herzlichen Glückwunsch!
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Stephan Bodens Woche

Stephan und Günther Boden (Foto: privat)
Stephan und Günther Boden (Foto: privat)
Wie ist das Leben in Brandenburg an der Havel? Wir konnten den in Brandenburg an der Havel lebenden Autor Stephan Boden für eine wöchentliche Kolumne gewinnen, in der er seine Erlebnisse und Beobachtungen aus der Stadt - und darüber hinaus - humorvoll und pointiert schildert. Aktuell treibt ihn um: Corona und die ImpfgegnerLesen Sie hier die ganze Kolumne.
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