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Holpriger Impfstart++Urteil im Mordprozess++Fouqué bei Jules Verne

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Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
schön, dass Sie da sind! Sie lesen die erste Ausgabe der Havelpost, dem neuen Newsletter der Märkischen Allgemeinen Zeitung. Ab sofort nehmen wir Sie hier immer freitags mit auf eine Reise durch die Wiege der Mark Brandenburg und das Umland.
Worüber diskutieren die Stadtverordneten aktuell? Wo wird neu gebaut, wo wird wieder eine Brücke gesperrt? Welche Themen beschäftigen die Havelstädter und wie kommen sie durch die immer noch anhaltende Corona-Krise? Darüber wollen wir Sie mit diesem Newsletter dem Laufenden halten.
Seit dieser Woche gibt es in Brandenburg an der Havel ein Impf-Zentrum, das aber seinen Namen nicht verdient. Eine Ministerin, zwei Landräte, ein Oberbürgermeister und eine Reihe Abgeordneter meinten, die Einweihung “feiern” zu müssen. Allein - die Sache hat einen Haken: Der Stoff fehlt, der das Aufwachen aus dem Lockdown-Albtraum garantieren sollte. So beschreibt MAZ-Reporter André Wirsing das Dilemma. Die zugeteilten Impfstoff-Dosen ließen sich auch in einer Hausarztpraxis verbrauchen. Nun wächst der Unmut in der Bevölkerung.
Im Brandenburger Rathaus ist das nicht anders. Von den 800 Mitarbeitern, deren Arbeitsplätze grundsätzlich für die Arbeit im Homeoffice geeignet wären, machen derzeit pro Tag nur etwa 120 ihren Job vom heimischen Büro aus. Der Personalrat hält das für ein Armutszeugnis. Wir auch.
Warum, wissen auch wir Journalisten nicht so ganz - doch in Brandenburg an der Havel gibt es (zumindest gefühlt) eine Menge Mord und Totschlag. Nach einem versuchten Mord im Mai 2020 an seiner Partnerin und einer spektakulären Verfolgung ist in dieser Woche ein Mann zu einer langen Strafe verurteilt worden. Unser Kollege Jürgen Lauterbach kennt den Fall im Detail.
Sie merken, die Corona-Krise ist noch immer das große Thema in der Stadt. Doch es gibt auch andere Themen. So hat Heiko Hesse herausgefunden, wie es dem Brandenburger Dichterbaron Fouqué gelang, Teil eines Romans von Jules Verne zu werden. Und noch Dutzende weiterer Themen hat Ihre MAZ in dieser Woche für Sie entdeckt, recherchiert und aufbereitet. Und wir sind weiter für Sie unterwegs! Die nächste Ausgabe der „Havelpost“ haben Sie am kommenden Freitag in Ihrem Mailpostfach.
Herzliche Grüße
Ihr
Benno Rougk
Redaktionsleiter
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Leute Leute...

Es gibt sie, die kleinen Geschichten, die es normalerweise nicht in die Berichterstattung der MAZ schaffen. Hier schreiben wir sie dennoch auf - weil sie von den Menschen handeln, die in Brandenburg an der Havel leben.
Kristina Penkawa (Foto: Böhme)
Kristina Penkawa (Foto: Böhme)
Im Hauptberuf ist sie Kinderärztin in Hohenstücken. Bei der jüngsten Impfkampagne im Städtischen Klinikum half Kristina Penkawa und impfte das medizinische Personal. Ursprünglich sollte sie alle sechseinhalb Minuten einen neuen Impfling empfangen, doch das dauerte ihr zu lange. Also taktete der Geschäftsführungsassistent Lutz Pelchen die „Patienten“ im Fünf-Minuten-Rhythmus. Augenscheinlich dauern beim medizinischen Personal die Aufklärungsgespräche nicht so lange. Die Ärztin hatte aus ihrer Praxis auch extra eine Box mit Piraten-Pflaster mitgebracht, welches alle tapferen Patienten auf die Einstichstelle geklebt bekamen.
Manfred Linke (Foto: Großmann)
Manfred Linke (Foto: Großmann)
Der Urbrandenburger Manfred Linke hält sich auch direkt nach seinem 90. Geburtstag fit. Jeden Tag fährt er zu Hause auf dem Ergometer, läuft mit seiner Frau Brigitte durch den Stadtteil Hohenstücken, spaziert am Silokanal und genießt die Zeit in der Natur. 17 Gäste besuchten ihn jeweils einzeln, um zu gratulieren, damit hat der Ehrenamtler nicht gerechnet. „Ich bin immer für andere Leute da, höre zu und hoffe, dass wir bald alle meinen Geburtstag in einem Restaurant oder Café feiern können“, sagt Manfred Linke. Jungen Brandenburgern rät er, sich fit zu halten und aufs Rauchen zu verzichten.
Norbert Bartels (Foto: Bürstenbinder)
Norbert Bartels (Foto: Bürstenbinder)
Gutachter sollten sich mit Himmelsrichtungen auskennen. Doch den Marktforschern, die kürzlich in Ziesar ein Strategiepapier für den Einzelhandel vorlegten, passierte ein unverzeihlicher Fehler. „Die Stadt Ziesar liegt im Osten des Bundeslandes Brandenburg“, heißt es auf der ersten Seite, was Glieneckes Ortsvorsteher Mathias Laube in der Stadtverordnetenversammlung monierte. Mit demonstrativer Gelassenheit meinte Amtsdirektor Norbert Bartels in Anspielung auf den Ludwigsburger Stammsitz der Gesellschaft für Markt-und Absatzforschung: „Für die sind wir doch alle nur der Osten.“
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Das ist diese Woche in der Stadt wichtig

Impfzentrum im Stahlpalast: Serum ist Mangelware
Deshalb sind Ansteckungen nach Corona-Impfung möglich
Rathaus ist in Sachen Homeoffice kein Vorbild
Plaue: Bäckerei Klawonn schließt nach 41 Jahren
"Pflocki" wollte alter Frau helfen - jetzt steht er vor Gericht
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Das ist diese Woche im Umland wichtig

Mit Corona unter Dampf: Die Modelleisenbahn kommt zurück
Potsdam-Mittelmark: 15-Kilometer-Regel vorerst gefallen
Bad Belzig: Diskussion um Corona-Schutz am Gymnasium
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Wohin am Wochenende?

Kultur- oder Veranstaltungs-Tipps gestalten sich derzeit schwierig. Die Corona-Pandemie hat das öffentliche Leben auch bei den Brandenburgern weiter fest im Griff. Wie wäre es statt Theater oder Kino also mal mit einer tollen Tour an der frischen Luft? Der Rad- und Wanderweg rund um die Deetzer Erdelöcher bietet manch spektakuläre Aussicht - und ein Naturidyll, das seinesgleichen sucht.
Die Deetzer Erdelöcher sind durch Tonabbau entstanden. (Foto: Behrendt)
Die Deetzer Erdelöcher sind durch Tonabbau entstanden. (Foto: Behrendt)
Der Weg beginnt am Bahnhof Groß Kreutz. Groß suchen muss man nicht - Wanderer und Radler folgen ab hier einfach der Beschilderung nach Deetz. Vier Kilometer sind bis dort zu überwinden. Ein wenig hügelig geht es vorbei an Wiesen, Laubbäumen und Feldern. Bänke stehen zur Rast bereit. Auf einer Tafel wird über Insekten informiert. Von weitem ist schon der Aussichtsturm in den Götzer Bergen zu sehen. In Deetz angekommen, geht es an der Gabelung nach links und wieder nach links in die Straße Zur Ziegelei. Dieser folgt man in westlicher Richtung bis zur Stichstraße Zum Deetzer Knie. Tipp: Folgt man dem Weg bis zum Ende, wartet ein herrlicher Platz direkt am Wasser, wo sich die Havel zum großen Trebelsee öffnet - inklusive großer Bank zum Rasten und Genießen.
Ruhe und Entspannung findet man am Deetzer Knie. (Foto: Rißling)
Ruhe und Entspannung findet man am Deetzer Knie. (Foto: Rißling)
Hat man Kraft für die restliche Tour getankt, geht es zurück auf die Straße Zur Ziegelei mit Blickrichtung Götzer Berg. Am „Havelstübchen“ biegt der Weg links zu den Erdelöchern ab. Heute gibt es hier viele kleine und große Seen. Die Löcher entstanden, als noch Ton gefördert wurde. Da die Havel nur wenige hundert Meter entfernt ist, liefen sie einst schnell mit Wasser voll. Unzählige Angler lieben das Areal. Auch Biber haben erkennbar ihre Lieblingsbäume. Badestellen sind an den größeren Seen ebenfalls vorhanden, aber wohl eher im Sommer von Interesse. Wer gleich beim ersten Abzweig links vom Weg einbiegt, landet in einer fantastischen Wildnis, je weiter er oder sie vordringt.
Nach den Erdelöchern links und den Modderkuten rechts vom Weg wird der 8,5 Kilometer lange Rundweg Götzer Berg passiert. Bis Götz sind es noch knapp vier Kilometer. Die führen über den 108,6 Meter hohen Götzer Berg mit Aussichtsturm - von hier gibt es eine wahnsinnige Aussicht über die Umgebung, an wolkenfreien Tagen kann man sogar den Berliner Fernsehturm in der Ferne erspähen.
Nach dem Abstieg folgt man der Beschilderung zur Straße. Der Weg führt direkt nach Süden zum Bahnhof in Götz. Je nachdem, wie viele Erdelöcher besucht wurden, legt man bei der Tour zwölf bis 14 Kilometer zurück - und die lohnen sich! Wir haben bei Google eine Karte mit den wichtigsten Punkten der Route für Sie hinterlegt.
Die einzelnen Etappen der Runde auf der Google-Karte.
Die einzelnen Etappen der Runde auf der Google-Karte.
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Bilderrätsel

Eine regelmäßige Rubrik im neuen Newsletter für Brandenburg an der Havel soll das MAZ-Bilderrätsel werden. Hier werden Nahaufnahmen von Gebäuden und Orten der Stadt gezeigt. Und Sie, liebe Leser, raten (oder wissen?), was das ist:
Wo in Brandenburg an der Havel ist dieses Foto aufgenommen worden? Wer es weiß, schreibt die Antwort bis Montag, 1. Februar, um 12 Uhr per Mail an brandenburg-stadt@maz-online.de. Alle korrekten Antworten kommen in einen Lostopf, aus diesem wird der Gewinner gezogen. Diesen vermelden wir dann im nächsten Newsletter, der am 5. Februar in Ihr Postfach flattert. Der Preis ist eine historische Ansichtskarte aus Brandenburg an der Havel. Viel Erfolg!
Wo - und was - ist das?
Wo - und was - ist das?
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Stephan Bodens Woche

Stephan Boden segelt gerne über die Havel. (Foto: privat)
Stephan Boden segelt gerne über die Havel. (Foto: privat)
Wie ist das Leben in Brandenburg an der Havel mit Corona und den damit einhergehenden Einschränkungen des Lebens? Wir konnten den in Brandenburg an der Havel lebenden Autor und Segler Stephan Boden für eine wöchentliche MAZ-Kolumne gewinnen, in der er seine Erlebnisse und Beobachtungen aus der Stadt - und darüber hinaus - humorvoll und pointiert schildert. Aktuelles Thema: seine Leidenschaft, das Segeln. Hier können Sie die aktuelle Folge von “Bodens Woche” nachlesen.
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Der Blick in die Heimatgeschichte

Cover des Romans "Von der Erde zum Mond". (Foto: Fischer Verlag)
Cover des Romans "Von der Erde zum Mond". (Foto: Fischer Verlag)
Ein Blick in die Geschichte der Mark Brandenburg lohnt sich immer. Einen wirklich spannenden Fakt haben wir über den märkischen Dichter Friedrich de la Motte Fouqué ausgegraben. Oder wussten Sie, dass der einen Platz in einem Roman von Jules Verne gefunden hat? Gut 100 Jahre vor der ersten Mondlandung schickte dieser im Werk “Von der Erde zum Mond” seine Protagonisten zum Erdtrabanten. Eigentlich sollte die Kugel unbemannt sein. Doch es drängelte sich der umtriebige Franzose Michel Ardan in das Projekt der Nordamerikaner - und mit ihm der Brandenburger Dichterbaron Friedrich de la Motte Fouqué. In heutigen Auflagen des Buches taucht der märkische Dichter übrigens nicht mehr auf - seine Erwähnung fiel im Laufe der Zeit Neuübersetzungen zum Opfer.
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