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Mauerbau: Drei Generationen erinnern sich + + Stau auf dem Zentrumsring + + Kultursommer startet

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Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
schön, dass Sie meine Mail geöffnet haben und sich auf Ihren und unseren Freitags-MAZ-Newsletter aus dem Herzen der Stadt Brandenburg freuen, die Havelpost
Ich habe mal nachgerechnet. Ganze zweimal war ich, Urlaub ausgeklammert, in den letzten 18 Monaten “aus”. Im Herbst 2020 wurden in kleiner Runde ein paar Hopfen-Kaltgetränke im Herzschlag heruntergespült, vor wenigen Wochen endete ein Sonntagsausflug spontan im “Freunde am See” (ehemals Fischerhütte) an der Ablage in Radewege. Das war’s. Wird mal wieder Zeit, finden Sie nicht? Und deshalb freue ich mich am Samstag auf den ersten Stadionbesuch seit dem 1. Februar des vergangenen Jahres. Feste Einlass-Zeitfenster, digitaler Impfnachweis, personalisierte Tickets und das begleitete Hinausleiten aus der Arena nach Spielschluss: Wird schon alles ein bisschen anders als früher.
Dass Nicht-Geimpften in Köln oder Dortmund der Einlass aber kategorisch verwehrt wird, finde ich zumindest schwierig. Denn auch wenn viele reflexartig zur Aussage “kategorische Impfverweigerer = selber schuld!” neigen, sind da ja immer noch Gruppen, die schlicht gute Gründe haben, sich die Nadel aktuell nicht setzen zu lassen. Was ist zum Beispiel mit denen, die nachgewiesenermaßen Antikörper im Blut haben, denen aber nie eine Corona-Infektion bescheinigt - weil nicht entdeckt - wurde? Mit Leuten, die ein schwaches Immunsystem haben und sich - verständlicherweise - dem Risiko negativer Folgeerscheinungen derzeit nicht aussetzen wollen? Mit Schwangeren, mit stillenden Müttern? Es gäbe noch zig Beispiele. Fragen Sie mal in Berlin nach - da hat keiner einen Plan, wie man mit diesen Menschen verfahren soll. Diese Leute sind, neben den (Schul-)Kindern, in der aktuellen Situation die Gelackmeierten. Motto: Pech gehabt!
Für all diejenigen, die können und wollen, bietet dieses Wochenende aber auch in der schönen Havelstadt genug Programm. Zwar kein Bundesliga-Flair, aber immerhin einen klangvollen Namen hat der Fußball zu bieten, wenn am Sonntag die Reserve von Hansa Rostock auf dem Südplatz zum Punktspiel antritt. Kleiner Tipp von mir: Sollten sie es mit der Kogge halten, lassen Sie den blau-weißen Schal besser zuhause. Der gastgebende BSC Süd 05 hat nämlich seltsamerweise kurzerhand entschieden, keine Gästefans hineinzulassen. Als wären die sonst zu Hunderten da eingeritten. Anpfiff: 14 Uhr.
Wer es jetzt nicht so mit dem Fußball hält, dem sei mein Wochenendtipp weiter unten empfohlen. An dieser Stelle nur so viel: Der heute startende Kultursommer auf dem Marienberg fährt ganz schön auf.
Personell und materiell aufgefahren wurde auch heute exakt vor 60 Jahren, als ungezählte Arbeiter in Berlin begannen, einen Stacheldrahtzaun zu errichten und die Grenze zwischen den östlichen und westlichen Sektoren plötzlich dicht war. Wie das so war damals und welche Auswirkungen der Mauerbau auf drei Generationen einer Familie aus Wusterwitz hatte und hat, können Sie im Bericht meiner Kollegin Julia Kazmierczak nachlesen.
Haben Sie Ideen, wie die Havelpost noch besser werden kann? Sonstige Tipps oder Anregungen? Dann schreiben Sie mir gern an philip.rissling@maz-online.de.
Ich wünsche Ihnen und mir ein schönes Wochenende!
Ihr Philip Rißling
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Leute Leute...

Es gibt sie, die kleinen Geschichten, die es normalerweise nicht in die Berichterstattung der MAZ schaffen. Hier schreiben wir sie dennoch auf, weil sie von den Menschen handeln, die in Brandenburg an der Havel und drumherum leben.
Losang Kyabchok und Erik Stohn (Foto: Bürstenbinder)
Losang Kyabchok und Erik Stohn (Foto: Bürstenbinder)
Beeindruckt zeigte sich der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Erik Stohn, von einem Besuch des Buddhistischen Klosters in Päwesin. Das lag nicht nur am Feuerwehrkuchen im „Backwahn“, sondern an einer kleinen Einführung über den Weg bis zur Erleuchtung durch Losang Kyabchok von der Klosterleitung. Andere Menschen zu respektieren sei Grundlage für Harmonie und Liebe. Ein buddhistischer Grundsatz, den Stohn mit Blick auf die verbalen Attacken der AfD im Landtag nur schwer beherzigen kann: „Vielleicht muss ich tatsächlich ruhiger und gelassener werden.“ Zu einem Aufnahmeantrag in die Klostergemeinschaft kam es allerdings nicht.
Patrick Meinhardt (Foto: FDP)
Patrick Meinhardt (Foto: FDP)
Der 13. August 1961 ist ein Schicksalstag der Deutschen. Der Mauerbau besiegelte die Teilung und trennte Ost und West für 28 lange Jahre. In der ehemaligen DDR wissen das die Menschen nur allzu gut, auch heute noch. Der FDP-Bundestagskandidat Patrick Meinhardt hat jetzt trotzdem noch einmal an dieses Datum erinnert. „Der Mauerbau … steht für mich wie kein anderer Tag als ein Zeichen des Unrechtsstaates DDR und als Ausdruck der Unmenschlichkeit der Stasi-Diktatur“, lässt er in einer Presseerklärung wissen. Patrick Meinhardt ist Jahrgang 1966. „Gerade der 60. Jahrestag führt uns nochmals vor Augen, unter welchem menschenverachtenden Regime die Bürgerinnen und Bürger der DDR haben leiden müssen“, teilt er weiter mit. Meinhardt kam in Baden-Baden zur Welt.
Birgit Didczuneit-Sandhop (Foto: Böhme)
Birgit Didczuneit-Sandhop (Foto: Böhme)
Am 31. August hat sie einen angenehmen und nicht ganz unbedeutenden Termin bei dem Präsidenten der Technischen Hochschule in Brandenburg an der Havel. Andreas Wilms wird die Chefärztin der HNO-Klinik im Städtischen Klinikum Brandenburg zur Honorarprofessorin bestellen für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Medizininformatik. Birgit Didczuneit-Sandhop ist damit die erste Frau im kommunalen Krankenhaus, die die Professorenwürde übertragen bekommt. Das will gefeiert werden. Die auch kommunalpolitisch engagierte Spezialistin für Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen lehrt nicht nur an der THB, sondern führt auch immer wieder junge Frauen und Männer der Medizinischen Hochschule Brandenburg in die Besonderheiten und Tücken ihres Fachgebiets ein.
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Das ist diese Woche wichtig

Autofahrer beklagt Abzocke bei Tempomessungen am Zentrumsring
Rennen gegen Hunger: Daniel Otto Sieger bei Wirthwein Running  Challenge
Zentrumsring: Staus dauern noch Monate an
Brandenburger Asklepios-Mitarbeiter protestieren vor dem Landtag
Creative Days und Skateboard-EM verwandeln das Industriemuseum
Einschränkungen für Nichtgeimpfte: Das sagen die Kandidaten im Wahlkreis 60
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Das ist im Umland los

Giganten in Roskow: Sonnenblumen knacken beinahe die Vier-Meter-Marke
Groß Kreutz (Havel) verkauft Baugrundstücke nach Punkten
Immobilien: Wohnungsmarkt bekommt Druck aus Ballungsgebieten
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Wohin am Wochenende?

Julia Engelmann (Foto: Promo)
Julia Engelmann (Foto: Promo)
Auf der Freilichtbühne des Marienbergs hat die Bühnenkunst seit 1862 Tradition. Ab diesem Freitag wird diese Tradition fortgeführt - der Brandenburger Kultursommer beginnt. Und wie!
Das Programm startet heute Abend mit einem Konzert der gebürtigen Brandenburgerin Anna Loos. Über zwei Jahre hat sie an ihrem Album gearbeitet und dafür über 30 Songs zu Papier gebracht. Diese spielt sie nun beim Besuch in der Heimat. Das Konzert beginnt um 19 Uhr.
Am Samstag folgt Julia Engelmann. Sie ist Deutschlands berühmteste Poetry-Slammerin, erfolgreiche Vollzeitpoetin, dreifache Spiegelbestsellerautorin und gilt als Stimme ihrer Generation. Als Vorband betritt um 17 Uhr „Inuso“ die Bühne auf dem Marienberg, Engelmann tritt ab 19 Uhr auf.
Am Sonntag, 15 Uhr, folgt eine Aufführung des Musicals „Das Dschungelbuch“. In seiner fantastischen Version erzählt das Theater Lichtermeer die abenteuerliche Geschichte des kleinen Mogli, der als Menschenkind von Wölfen im indischen Dschungel großgezogen wurde.
Tickets und weitere Infos gibt es hier.
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Bilderrätsel

Wo - und was - ist das? (Foto: Hesse)
Wo - und was - ist das? (Foto: Hesse)
Eine regelmäßige Rubrik in der Havelpost ist das MAZ-Bilderrätsel. Hier werden Aufnahmen von Gebäuden und Orten der Stadt gezeigt. Und Sie, liebe Leser, raten (oder wissen?), worum es sich handelt.
Wo in Brandenburg an der Havel ist dieses Foto aufgenommen worden? Wer es weiß, schreibt die Antwort bis Montag, 16. August, 12 Uhr, per Mail an brandenburg-stadt@maz-online.de. Alle korrekten Antworten kommen in einen Lostopf, aus dem wird der Gewinner gezogen. Diesen vermelden wir dann im nächsten Newsletter, der am 20. August in Ihr Postfach flattert. Der Preis ist eine historische Ansichtskarte aus Brandenburg an der Havel. Viel Erfolg!
Die Lösung des Rätsels aus der vergangenen Woche lautet: Das Kunstwerk steht auf dem Gelände der Petrikapelle im Burgweg. Aus den Einsendungen haben wir Manuel Schießer aus Brandenburg als Gewinner ausgelost. Herzlichen Glückwunsch!
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Stephan Bodens Woche

Stephan Boden an seinem Schreibtisch. (Foto: privat)
Stephan Boden an seinem Schreibtisch. (Foto: privat)
Wie ist das Leben in Brandenburg an der Havel? Wir konnten den in Brandenburg an der Havel lebenden Autor Stephan Boden für eine wöchentliche Kolumne gewinnen, in der er seine Erlebnisse und Beobachtungen aus der Stadt - und darüber hinaus - humorvoll und pointiert schildert. Aktuell treibt ihn um: die Debatte über die Rechte von Ungeimpften. Hier können Sie die aktuelle Folge von “Bodens Woche” nachlesen.
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