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Nanu, plötzlich leere Straßen + + Helfer im Hochwassergebiet + + Fisch des Jahres gesucht

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Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
schön, dass Sie wieder dabei sind bei Ihrem und unserem MAZ-Newsletter aus dem Herzen der Stadt, der Havelpost.
Eines ist in diesen Tagen unverkennbar: Die Urlaubszeit ist auf ihrem Höhepunkt. Da flutscht sogar der Verkehr (ein wenig) besser. Plötzlich klaut einem die Fahrt vom Grillendamm zur Scholle und zurück nur noch eine gute Dreiviertelstunde, weil dann doch viele Autos ausgeflogen sind oder in der Garage auf die Heimkehr der maximal mittelmäßig gebräunten Besitzer warten. Man ist ja mit wenig zufrieden! Genießen sollten wir, die hier die Bruttosozialprodukt-Fahne hochhalten, diesen Zustand: Nicht mehr lange und die Straßen sind wieder hoffnungslos verstopft.
Immerhin haben mir die verhältnismäßig leeren Pisten in dieser Woche schon den Allerwertesten gerettet. 90 geschlagene Minuten lag mein Mobiltelefon am Mittwoch mitten auf der Wilhelmsdorfer Straße - ohne, dass auch nur ein Auto drüber fuhr und es zermalmte. Wie das da hin kam? Ein echter Klassiker, natürlich. An dieser Stelle nur so viel: Legen Sie nie, nie, niemals ihr Handy aufs Autodach. Erstaunlich, dass es dort während der Fahrt offenbar eine Viertelstunde verweilte, bis der unvermeidliche Sturz folgte. Und dass ich es wiederfand, seelenruhig und funktionstüchtig auf dem Asphalt liegend. Das Glückskonto für diesen Sommer ist sicher aufgebraucht.
Glück brauchen auch die unzähligen Wohnungs- und Grundstückssuchenden in Brandenburg an der Havel. Man ist ja schnell bei Superlativen, aber der Immobilienmarkt in der Stadt gibt selbst für Gutverdiener aktuell tatsächlich nicht viel her. Ich kenne mindestens ein halbes Dutzend junger Familien, die a) aus Brandenburg stammen und sich nach Jahren im Exil an die Schönheit der Heimat erinnern oder b) sich aus Richtung Potsdam/Berlin hier her orientieren, weil da der Markt nun wirklich komplett überhitzt ist. Nur: Dass die alle hier fix das perfekt geschnittene Grundstück, passenden Bestand in der City oder die durchsanierte 120-Quadratmeter-Altbau-Bude finden, ist dann gerade doch eher utopisch.
Die Wahrheit ist: Die Zeiten, in denen es die eigenen vier Wände für den schmalen Taler gab, die sind in Brandenburg an der Sonne längst vorbei. Fragen Sie mal bei den Maklern nach - selbst mit Beziehungen geht wenig bis nichts. Man kann jedem Suchenden nur von Herzen wünschen, dass er fündig wird. Denn - und ich lehne mich da gern weit aus dem Fenster - lebenswerter war Brandenburg an der Havel nie. Umso wichtiger wären da kreative Ansätze und - ja, wirklich - Visionen der handelnden Personen im Rathaus: Wo soll es künftig hingehen mit der Stadt? Nun kann man sich kein Bauland oder mal eben ein paar Dutzend Vier-Zimmer-Wohnungen, die zentrumsnah derzeit gar nicht zu haben sind, backen. Aber dennoch. Sich die gut ausgebildeten und in urbanen Milieus sozialisierten Leute durch die Lappen gehen zu lassen, das kann es für das Brandenburg an der Havel der Zukunft nicht sein.
Im nicht so fernen und noch mehr boomenden Falkensee nehmen die Bauwilligen ihr Schicksal nun übrigens selbst in die Hand und gründen so genannte “Bauherrenmodelle”. Die sind in Skandinavien seit Jahrzehnten erprobt und gehen so: Hier planen die späteren Besitzer der Häuser oder Wohnungen die gesamte Anlage einfach selbst, legen ihr Budget fest, klären Architektur, Autostellplätze, Spielanlagen und Gemeinschaftseinrichtung. Auch so kann es also gehen.
Kreative Ideen und schnelle Lösungen braucht auch die schlimme Hochwasserkatastrophe im Westen des Landes. Umso schöner ist es zu sehen, wie groß die Hilfsbereitschaft in und um Brandenburg ist. Allerorten wird gespendet, gesammelt und angepackt. Und die professionellen Retter der Medizinischen Task Force machen sich am Sonntag um 9 Uhr endlich auf den Weg nach Rheinland-Pfalz. Sie werden vor Ort gebraucht. Bleibt zu hoffen, dass sie alle unversehrt zurück kommen.
Haben Sie Ideen, wie die Havelpost noch besser werden kann? Sonstige Tipps oder Anregungen? Dann schreiben Sie mir an philip.rissling@maz-online.de.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!
Ihr Philip Rißling
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Leute Leute...

Es gibt sie, die kleinen Geschichten, die es normalerweise nicht in die Berichterstattung der MAZ schaffen. Hier schreiben wir sie dennoch auf, weil sie von den Menschen handeln, die in Brandenburg an der Havel und drumherum leben.
Yvette und Alexander Scholl (Foto: Bürstenbinder)
Yvette und Alexander Scholl (Foto: Bürstenbinder)
Alexander Scholl setzt noch einen drauf. Der Chef des Zirkushauses Busch gibt das Hüpfburgenland vor dem Industriemuseum an einem Sommerabend für Erwachsene frei. An diesem Sonnabend ab 20 Uhr können auch Volljährige bei einer Party diverse Anlagen selbst ausprobieren. „Den Wunsch nach einer Erwachsenenparty haben die Leute selbst an uns herangetragen. Dann machen wird das natürlich gerne“, so der Zirkuschef, der auch das leibliche Wohl der Besucher absichert. Sein Rat an alle großen Hüpfer: „Bitte bringt Badetücher mit. Auf den Rutschbahnen kann es feucht werden.“
Michael Brandt (Foto: JAST)
Michael Brandt (Foto: JAST)
Er macht offiziell ein Geheimnis daraus, was er ab dem 1. August als Beamter im sachsen-anhaltinischen Innenministerium machen wird, nachdem Michael Brandt (CDU) als Beigeordneter nach 16 Jahren aus dem Rathaus ausscheidet. Doch nun sickert es durch: Er wird sich unter anderem um die Glücksspiel-Gesetzgebung im Nachbarland kümmern. Ob zu Arbeitszeit und -aufgaben auch Casinobesuche und das Daddeln an Computer-Slot-Machines gehört und ob seine Arbeit in Jetons entlohnt wird, ist nicht überliefert.
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Was in der Stadt wichtig ist

Fisch des Jahres 2021: Brandenburgs Angler nehmen es mit Karpfen, Wels und Hecht auf
Bauherr will neues Wohnquartier in der Steinstraße 2023 fertigstellen
Impfzentrum im Stahlpalast öffnet für jedermann – ohne Termin
Fashion Day soll am 3. September auf dem Neustadt-Markt stattfinden
Unfallgefahr: Kirchmöser hat die tiefsten Schlaglöcher
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Was im Umland los ist

Hochwasserhilfe: Konvoi mit 125 Helfern aus Potsdam-Mittelmark verabschiedet
Angeklagter schwänzt Gerichtstermin: Der "Schrecken von Pritzerbe" ist verschwunden
Ermittlungen gegen Wusterwitzer Ex-Amtsdirektorin eingestellt
Trebitzer will mit eigenem Brunnen Trinkwassernetz entlasten – darf aber nicht
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Wohin am Wochenende?

Die Rabenbrüder sorgen auf der Burg für gute Laune. (Foto: Promo)
Die Rabenbrüder sorgen auf der Burg für gute Laune. (Foto: Promo)
Am Wochenende können Besucher auf dem Gelände der Burg Eisenhardt in Bad Belzig ins Mittelalter eintauchen. Am Samstag öffnen sich die Burgtore zu einem mittelalterlichen Spektakulum, dass nicht nur Menschen begeistert, die selbst gerne in originalgetreue Gewänder schlüpfen.
Auf dem Programm steht an beiden Tagen ein bunter Mix aus Musik, Reenactment, Gauklern und Demonstrationen von alten Gewerken. Handwerker- und Händlerstände gestalten einen historischen Marktalltag wie einst, so dass es überall etwas zum Staunen und zu Sehen gibt. So kann man unter anderem die Filzerei, die Keramikerin, den Wippdrechsler, die Weberei und viele weitere Handwerker bei der Arbeit erleben.
Auch allerlei Künstlervolk findet sich auf dem Markte ein und entführt die Besucher in die längst vergessene Zeit. So unterhält der Gaukler „Laut’n Hals“ mit loser Zunge das Volk und sorgt mit seinen Kunststücken für Kurzweil. Eine atemberaubende Feuer- und Fakirshow zeigt die Gruppe „Braxas A“. Die Zuschauer können sich von aufregenden Tricks und Kunststücken verzaubern lassen und über ausgefeilte Akrobatik mit feurigem Zubehör freuen.
Geöffnet ist der bunte Mittelaltermarkt am Samstag sowie am Sonntag ab 11 Uhr. Der Eintritt kostet neun Euro für Erwachsene, fünf Euro für Gewandete und Ermäßigte wie Schüler, Studenten und Schwerbeschädigte. Ein Familienticket für das Mittelalterspektakel ist für 22 Euro zu haben. Kinder bis sieben Jahre haben freien Eintritt.
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Bilderrätsel

Wo - und was - ist das? (Foto: Hesse)
Wo - und was - ist das? (Foto: Hesse)
Eine regelmäßige Rubrik in der Havelpost ist das MAZ-Bilderrätsel. Hier werden Aufnahmen von Gebäuden und Orten der Stadt gezeigt. Und Sie, liebe Leser, raten (oder wissen?), worum es sich handelt.
Wo in Brandenburg an der Havel ist dieses Foto aufgenommen worden? Wer es weiß, schreibt die Antwort bis Montag, 26. Juli, 12 Uhr, per Mail an brandenburg-stadt@maz-online.de. Alle korrekten Antworten kommen in einen Lostopf, aus dem wird der Gewinner gezogen. Diesen vermelden wir dann im nächsten Newsletter, der am 30. Juli in Ihr Postfach flattert. Der Preis ist eine historische Ansichtskarte aus Brandenburg an der Havel. Viel Erfolg!
Die Lösung des Rätsels aus der vergangenen Woche lautet: Das Gebäude steht am Jungfernsteig. Aus den Einsendungen haben wir Ronja Zschoche aus Brandenburg als Gewinnerin ausgelost. Herzlichen Glückwunsch!
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Stephan Bodens Woche

Stephan Boden kann es nicht fassen. (Foto: privat)
Stephan Boden kann es nicht fassen. (Foto: privat)
Wie ist das Leben in Brandenburg an der Havel? Wir konnten den in Brandenburg an der Havel lebenden Autor Stephan Boden für eine wöchentliche Kolumne gewinnen, in der er seine Erlebnisse und Beobachtungen aus der Stadt - und darüber hinaus - humorvoll und pointiert schildert. Aktuell treibt ihn um: die Unzulänglichkeiten bei der Digitalisierung. Hier können Sie die aktuelle Folge von “Bodens Woche” nachlesen.
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