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Scheller allein zuhaus + + Abiturienten feiern + + Regenbogenfahne soll wehen

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Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
was waren die Aufreger der Woche, die Irrungen und Wirrungen, die ärgerlichen und die schönen oder traurigen Dinge, die mich in den zurückliegenden Tagen begleitet haben? Das ist die Frage, die ich mir stelle, bevor ich donnerstags daran gehe, das Editorial für unseren Freitags-MAZ-Newsletter „Havelpost“ zu schreiben. 
Auch in dieser Woche ist im politischen Brandenburg viel passiert. Doch was mich seit Tagen begleitet, sind andere, Jahre alter Bilder. Eine Tauchsafari in Saudi-Arabien. Eine Woche lang auf dem Schiff, von einem der schönsten und unberührtesten Tauchgründe zum anderen in nie gesehen klarem Wasser. Täglich drei oder vier Tauchgänge, bis zu vier Stunden unter Wasser. Zumeist zu viert. Einer der Taucher, erfahren und sicher, war Ferry Elsaßer. Einer der Väter der DRK-Wasserwacht, Rettungsschwimmer, ein Um-alles-Kümmerer, Jazzfest-Organisator, Drachenboot-Fahrer, Familienvater, und, und, und …. Nun ist Ferry tot. Er und ein weiterer DRK-Rettungstaucher sind Samstag bei einem Tauchgang in einem Steinbruch in Sachsen ums Leben gekommen. Zwei weitere Taucher wurden verletzt. Was passiert ist? Auch am Montag danach gab es keine Antworten - nur leere Sauerstoffflaschen. Schulterzucken. Ratlosigkeit. Trauer. Schmerz. Und der Gedanke daran, wie dicht Momente des Glücks und des Schmerzes unter Wasser zusammenliegen können. Ferry, du fehlst! 
Ist es Traurigkeit, ist es Resignation? Auch der jüngste, von der FDP initiierte Scoop in der Stadtverordnetenversammlung, also die Streichung der vierten Beigeordneten-Stelle aus der Hauptsatzung, erweist sich nicht als Stimmungs-Aufheller.  Nur wenige Wochen, nachdem sich erst CDU, SPD und Freie Wähler die Treue geschworen hatten und einen vierten Beigeordneten in der Hauptsatzung hatten festschreiben lassen, war die Kooperation auch schon wieder geplatzt. Die SPD hatte ihre Bewerbung um einen Beigeordneten-Posten zurückgezogen. Nun stimmten überraschend 26 Stadtverordnete für einen Eilantrag, die Stelle wieder zu streichen und überraschten damit das Rathaus, die CDU und die FW kalt. Gut, dadurch wird die Stadt eine Menge Geld sparen. Allein: Eine funktionierende Führung im Rathaus hat sie dadurch nicht. Denn wenn Steffen Scheller als OB die Entscheidung der SVV nicht anficht, sind er und Michael Müller in wenigen Wochen „allein zuhaus“. Die Amtszeiten der anderen Beigeordneten laufen ab und dann werden notgedrungen Detlef Reckow und Jan Penkawa als OB-Vertreter fungieren, so wie Scheller es jetzt angewiesen hat. Ob es das ist, was die Stadtverordneten wollten?
Aus den Reihen der Grünen und der SPD kommen jetzt schon mal garstige Sprüche, wonach Scheller das Schiff aus dem Ruder laufen lassen würde und lustlos sei. Sagen wir es so: Glücklich wirkte er in den zurückliegenden Wochen nicht. Aber das kann man angesichts der unübersichtlichen Gefechtslage wohl auch nicht sein. In solchen Fällen hilft es womöglich zu reden. In kleinem Kreis und mit dem Ziel, so viele Partner wie möglich an einen Tisch zu holen. Sollte Scheller das Besetzungs-Verfahren jetzt stoppen, wird er gleichwohl zwei neue Beigeordnete brauchen. Die werden die stärksten Fraktionen beanspruchen. Doch für eine tragfähige Mehrheit in der SVV braucht man zusätzlich auch FW und Grüne. Und die werden dem Rathaus nicht die kalte Schulter zeigen, wenn ihre Interessen – wie und mit wem auch immer – in der Stadtregierung Wiederhall finden. Was sich jetzt als Chaos darbietet, könnte auch die Chance für einen Neuanfang sein.     
Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre. Die nächste Ausgabe der Havelpost haben Sie am kommenden Freitag in Ihrem Mail-Postfach. Wenn es Dinge gibt, von denen Sie glauben, sie sollten mal im Newsletter Erwähnung finden, dann schreiben Sie mir einfach unter Benno.Rougk@MAZ-online.de.
Herzliche Grüße,
Ihr
Benno Rougk
Redaktionsleiter
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Leute Leute...

Es gibt sie, die kleinen Geschichten, die es normalerweise nicht in die Berichterstattung der MAZ schaffen. Hier schreiben wir sie dennoch auf, weil sie von den Menschen handeln, die in Brandenburg an der Havel und drumherum leben.
Marco Hintze (Foto: Großmann)
Marco Hintze (Foto: Großmann)
​Landwirt Marco Hintze ​liebt seinen Beruf und ist als Präsident des Brandenburger Bauernbundes wiedergewählt. Der 49-Jährige will expandieren, die Landesgruppe der Freien Bauern deutschlandweit aufstellen und ist stolz auf seinen Job. Deshalb trägt er bei der Groß Kreutzer Gemeindevertretersitzung ein T-Shirt mit der Aufschrift „Mehr als ein Bauer kann ein Mensch nicht werden“. „Ich bin Landwirt aus Leidenschaft und das zeige ich gern“ , sagt er und denkt an den nächsten Spruch auf dem Shirt. „'Ein Landwirt kennt Plätze, die du nicht findest’ würde auch zu mir passen“, sagt er und lächelt.
Annemarie Hupp (Foto: Köpsell)
Annemarie Hupp (Foto: Köpsell)
Sozialarbeiterin Annemarie Hupp hat sich sofort in ihren neuen Job verliebt. Die 32-jährige Lehninerin ist seit Anfang Juni neu im Team des evangelischen Jugendhauses Café Contact auf der Dominsel. Sie freut sich auf die Arbeit mit den Jugendlichen und hat große Pläne. Hupp möchte mit den Kindern über Nachhaltigkeit sprechen und vielleicht auch ein Projekt auf Tiktok starten. Das Café Contact erinnert sie an ihre eigene Jugend. „Ich bin früher auch oft mit Freunden in den Jugendclub gegangen. Aber voranging zum Billard spielen“, gibt sie zu. 
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Das ist diese Woche in der Stadt wichtig

Das sind die Abiturienten des Jahres 2021 in Brandenburg an der Havel
Abrissarbeiten an gesprengter Brücke neigen sich dem Ende entgegen
Brandenburg hisst Regenbogenfahne für sexuelle Toleranz
Hier gibt es in Brandenburg Public Viewing
Die Sommerferien sind da: Hier gibt es Angebote für Kinder und Jugendliche
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Bilderrätsel

Wo - und was - ist das? (Foto: Hesse)
Wo - und was - ist das? (Foto: Hesse)
Eine regelmäßige Rubrik in der Havelpost ist das MAZ-Bilderrätsel. Hier werden Aufnahmen von Gebäuden und Orten der Stadt gezeigt. Und Sie, liebe Leser, raten (oder wissen?), worum es sich handelt.
Wo in Brandenburg an der Havel ist dieses Foto aufgenommen worden? Wer es weiß, schreibt die Antwort bis Montag, 28. Juni, 12 Uhr, per Mail an brandenburg-stadt@maz-online.de. Alle korrekten Antworten kommen in einen Lostopf, aus dem wird der Gewinner gezogen. Diesen vermelden wir dann im nächsten Newsletter, der am 2. Juli in Ihr Postfach flattert. Der Preis ist eine historische Ansichtskarte aus Brandenburg an der Havel. Viel Erfolg!
Die Lösung des Rätsels aus der vergangenen Woche lautet: das Gotische Haus in der Ritterstraße. Aus den Einsendungen haben wir Manuel Klein aus Brandenburg als Gewinner ausgelost. Herzlichen Glückwunsch!
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Stephan Bodens Woche

Stephan Boden an seinem Schreibtisch. (Foto: privat)
Stephan Boden an seinem Schreibtisch. (Foto: privat)
Wie ist das Leben in Brandenburg an der Havel? Wir konnten den in Brandenburg an der Havel lebenden Autor Stephan Boden für eine wöchentliche Kolumne gewinnen, in der er seine Erlebnisse und Beobachtungen aus der Stadt - und darüber hinaus - humorvoll und pointiert schildert. Hier können Sie die aktuelle Folge von “Bodens Woche” nachlesen.
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