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Schlimme Zustände in der Pflege++Lichtblick bei Einwohnerzahlen++Schwebebahn über der Hauptstraße

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Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
schön, dass Sie da sind! Sie lesen die zweite Ausgabe der Havelpost, dem neuen Newsletter der Märkischen Allgemeinen Zeitung. Ab sofort nehmen wir Sie hier immer freitags mit auf eine Reise durch die Wiege der Mark Brandenburg und das Umland.
Worüber diskutieren die Stadtverordneten aktuell? Wo wird neu gebaut, wo wird wieder eine Brücke gesperrt? Welche Themen beschäftigen die Havelstädter und wie kommen sie durch die immer noch anhaltende Corona-Krise? Darüber wollen wir Sie mit diesem Newsletter auf dem Laufenden halten.
Aber die Umgebung ist schön!” Jahrelang war das ein Running Gag, wenn die Rede von Brandenburg an der Havel war. Kaum hatte man, etwa im Kreis von Berliner Freunden, gesagt, wo man herkommt, bekamen sie diesen mitleidigen Blick. “Aber ihr habt eine so phantastische Region!”, hieß es dann immer.
Doch diese Zeiten sind lange vorbei. Brandenburg an der Havel hat immer noch ein tolles Umland, klar, aber die Stadt selbst ist mittlerweile ein Traum vieler Hauptstädter und bei Zuzüglern so beliebt, dass das Schrumpfen der Einwohnerzahl nun wohl der Vergangenheit angehört. Und es gibt sogar schon eine leise Hoffnung auf echten Zuwachs. Jetzt kommt von Berliner Freunden eher mal die Frage nach einer günstigen Wohnung in der Havelstadt. Mein Kollege Benno Rougk hat sich die Statistik einmal ganz genau angeschaut und von Conny Grunicke erklären lassen, was es mit den Zahlen auf sich hat - und ob wirklich Grund zum Jubel besteht. Grunicke ist die Statistik-Chefin im Rathaus und kennt sich bestens aus damit. Und auch sie schaut optimistisch in die Zukunft dieser Stadt. Zumindest vorsichtig.
Laut Einwohnerstatistik ist Brandenburg an der Havel immer noch eine Stadt mit überwiegend älteren Bewohnern. Die Plätze in den Alten- und Pflegeheimen sind begehrt. In den vergangenen Jahren haben etliche Investoren gebaut. Mit betreutem Wohnen und Pflege lässt sich gutes Geld verdienen. Relativ neu ist auch das Haus Mariengrund am Marienberg. Umso schockierender sind die Aussagen von Bewohnern über die schlimmen Zustände dort. Mein Kollege Jürgen Lauterbach ist der Sache nachgegangen, hat sich mit Bewohnern und deren Angehörigen unterhalten und kam zu dem Schluss: Die Zustände sind schlimm und einfach nur unwürdig.
Apropos Umgebung: Wer die Natur in der Stadt erkunden möchte, kommt an einem Spaziergang zum Diebesgrund und zur Silberquelle nicht vorbei. Die Verwaltung plant jetzt die Erneuerung der Brücke dort. Den maroden Knüppeldamm lässt sie jedoch abreißen. Warum, das hat mein Kollege André Wirsing recherchiert.
Können Sie sich eine Schwebebahn in der Brandenburger Hauptstraße vorstellen? Nein? Dann müssen Sie unbedingt den Artikel meines Kollegen Heiko Hesse lesen, der mal in den Tiefen seines Archivs nachgeschaut hat, wie sich die Menschen vor 110 Jahren die Zukunft so vorstellten.
Noch Dutzende weiterer Themen hat Ihr MAZ-Team in dieser Woche für Sie entdeckt, recherchiert und aufbereitet. Und wir sind weiter für Sie unterwegs! Die nächste Ausgabe der „Havelpost“ haben Sie am kommenden Freitag in Ihrem Mailpostfach.
Herzliche Grüße
Ihr
Hermann M. Schröder
Redakteur
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Leute Leute...

Es gibt sie, die kleinen Geschichten, die es normalerweise nicht in die Berichterstattung der MAZ schaffen. Hier schreiben wir sie dennoch auf weil sie von den Menschen handeln, die in Brandenburg an der Havel leben.
Marco Gruschinski
Marco Gruschinski
Marco Gruschinski ist ein Vorbild. Der Friseurmeister vom Molkenmarkt lässt aus Solidarität zu seinen Kunden auch die eigenen Haare sprießen und postet die Beweisfotos auf Facebook: „Haltet durch, ich schneide mir aus Solidarität auch nicht die Haare.“ Das Foto wurde Dutzende Male geliket, einer schrieb, dass der Punk eben nie aussterbe. Um nicht ganz untätig herumzusitzen, hat Gruschinski sich in seinem denkmalgeschützten Haus daran gemacht, den historischen Deckenputz freizulegen. „Die Farbe ist etwa drei bis vier Millimeter dick, da habe ich einige Wochen zu tun. Da wurden seid 1705 einige Schichten aufgetragen.“ aw
 Peter „Pflocki“ Pflock
Peter „Pflocki“ Pflock
Ein anständiges Gesicht muss man nicht verbergen, auch nicht in diesen traurigen Coronazeiten. Peter „Pflocki“ Pflock (57) tritt den Beweis an. Immer wieder wird er auf seine Maske angesprochen, sogar ein Brandenburger Richter fragte nach. Gern verrät der Freund der Kinder und notleidenden Menschen, wer seine maßgeschneiderte Mund-Nasen-Partie mit Hilfe einer Fotovorlage gefertigt hat. Kleiner Tipp: Fängt mit Henry an, hört mit Bertz auf, ist eine gleichnamige Druckerei und befindet sich in der Brielower Straße. jl
Mirko Mieland
Mirko Mieland
Seinen 37. Geburtstag feiert Mirko Mieland mit dem Lebensmotto „Null Problemo“. Weil der Chef vom „Für alle Laden“ in der Jacobstraße immer an neuen Ideen tüftelt, witzeln Freunde, dass er in Zukunft die Weltherrschaft an sich reißt. „Mir ist es immer wichtig, dass es vorangeht und die Menschen die guten Dinge im Leben sehen“, sagt der Brandenburger. In den nächsten Tagen haben er und seine Partnerin Janett Girbinger deshalb eine Überraschung für Kinder. Sie stellen vor dem Laden eine Spendenbox auf, an der sich Knirpse Häkeltiere mitnehmen können. man
Ilse Brauner
Ilse Brauner
Die älteste gebürtige Altbensdorferin durfte vor wenigen Tagen ihren 100. Geburtstag begehen. Ilse Brauner, bekannt als „Bimmel-Ilse“, hat ihren Ehrentag in einem Berliner Seniorenheim verbracht, in dem sie seit einigen Jahren lebt. In der Hauptstadt wohnt auch ihr Sohn Benno, der seine Mutter regelmäßig besucht. In einem von ihm geschriebenen Brief dankt Ilse Brauner allen Bensdorfern für das Glückwunschschreiben mit vielen Unterschriften. Eine Aktion, die Bürgermeister Jens Borngräber ins Leben gerufen hatte. „Die Seite mit den Unterschriften werden wir wohl noch oft durchgehen, um alte Erinnerungen wach werden zu lassen“, teilte die Jubilarin mit.  bür
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Das ist diese Woche in der Stadt wichtig

Mängel im Pflegeheim Mariengrund in Brandenburg/Havel: Bewohner und Angehörige klagen
Leben wie ein Indianer: Auf den Spuren der Irokesen
Nordsee schließt Filiale in Sankt-Annen-Galerie
Schönheitskur für die Näthewindebrücke
Warum die Stadtwerke nicht nur in Anlagen investieren
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Das ist diese Woche im Umland wichtig

Corona-Fälle bei Edeka in Ziesar
Nach Corona singt der Sohn vom Stiftsvorsteher für die Lehniner
In Michelsdorf und Emstal bekommen alle Kraftfahrer eine Anzeige
Brücker Karnevals-Club ruft zum Fotowettbewerb auf
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Wohin am Wochenende?

Mmhh, lecker! Wer Kuchen mag, wird diese Kreationen lieben. Foto: Jast
Mmhh, lecker! Wer Kuchen mag, wird diese Kreationen lieben. Foto: Jast
Kultur- oder Veranstaltungs-Tipps gestalten sich derzeit schwierig. Die Corona-Pandemie hat das öffentliche Leben auch bei den Brandenburgern weiter fest im Griff. Ein kleiner Ausflug in die nähere Umgebung ist aber dennoch immer drin. Und warum soll man sich nicht mal was gönnen? Zum Beispiel in der inzwischen legendären Bäckerei der Buddhisten in Päwesin.
Bei dem Angebot fällt die Entscheidung schwer. Foto: Steiner
Bei dem Angebot fällt die Entscheidung schwer. Foto: Steiner
Himbeer-Kiwi-Schnitte, Kirsch-Streusel-Landkuchen, New York Cheese Cake: Mit den Buddhisten erlebt Päwesin ein wahres Kuchenwunder. Der Aufbau einer Bäckerei ist für das Kloster Ganden Tashi Choeling eine echte Erfolgsgeschichte. Mit Schlange stehen muss hier - und das ist keine Übertreibung - immer gerechnet werden. Doch das Warten lohnt sich! Mehr als 30 Kuchensorten kommen hier täglich aus dem Ofen. Nicht nur Kindern, auch Erwachsenen fällt beim Anblick der Auslage regelmäßig die Kinnlade herunter.
Die Auswahl umfasst täglich mehr als 30 Kuchensorten.
Die Auswahl umfasst täglich mehr als 30 Kuchensorten.
Elf Jahre backen die Nonnen aus dem Kloster nun schon für die Päwesiner, Brandenburger und alle, die von den schmackhaften Kuchenkreationen von “Backwahn” über Mundpropaganda erfahren haben und den weltbesten Kuchen (subjektive Meinung, Anm. d. Red.) auch mal verköstigen wollen. Wir meinen: hin da, durchprobieren, weitersagen! Die Bäckerei “Backwahn” in Päwesin hat auch während der Pandemie geöffnet: montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 7 bis 16 Uhr, Brandenburger Straße 15. Bestellungen werden unter 033838/30775 entgegen genommen.
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Bilderrätsel

Welches Haus in Brandenburg an der Havel ist auf diesem Bild zu sehen?
Welches Haus in Brandenburg an der Havel ist auf diesem Bild zu sehen?
Eine regelmäßige Rubrik im neuen Newsletter für Brandenburg an der Havel ist das MAZ-Bilderrätsel. Hier werden Nahaufnahmen von Gebäuden und Orten der Stadt gezeigt. Und Sie, liebe Leser, raten (oder wissen?), worum es sich handelt.
Wo in Brandenburg an der Havel ist dieses Foto aufgenommen worden? Wer es weiß, schreibt die Antwort bis Montag, 8. Februar, um 12 Uhr per Mail an brandenburg-stadt@maz-online.de. Alle korrekten Antworten kommen in einen Lostopf, aus diesem wird der Gewinner gezogen. Diesen vermelden wir dann im nächsten Newsletter, der am 12. Februar in Ihr Postfach flattert. Der Preis ist eine historische Ansichtskarte aus Brandenburg an der Havel. Viel Erfolg!
Die Lösung des Rätsels aus der vergangenen Woche lautet: Das Bild zeigt den Turm des Eckhauses in der Havelstraße/Grabenstraße in Brandenburg an der Havel. Aus den Einsendungen haben wir Heinz Nedess aus Mönchengladbach als Gewinner ausgelost. Herzlichen Glückwunsch!
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Stephan Bodens Woche

Spritzen für die Corona-Imfpung in Brandenburg an der Havel liegen bereit.
Spritzen für die Corona-Imfpung in Brandenburg an der Havel liegen bereit.
Wie ist das Leben in Brandenburg an der Havel mit Corona und den damit einhergehenden Einschränkungen des Lebens? Wir konnten den in Brandenburg an der Havel lebenden Autor und Segler Stephan Boden für eine wöchentliche Kolumne gewinnen, in der er seine Erlebnisse und Beobachtungen aus der Stadt - und darüber hinaus - humorvoll und pointiert schildert. Aktuelles Thema: Impfneid, Flugscham und Urlaube im Hochrisikogebiet. Hier können Sie die aktuelle Folge von “Bodens Woche” nachlesen.
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Der Blick in die Heimatgeschichte

So  stellte man sich um 1910 die Zukunft der Stadt Brandenburg vor.
So stellte man sich um 1910 die Zukunft der Stadt Brandenburg vor.
Was für ein Chaos: Die Hauptstraße ist vollgestopft. Kreuz und quer kurven Fahrräder, Motorräder und offene Personenkraftwagen an der Ecke zur Wollenweber- und Lindenstraße herum. Straßenbahn folgt auf Straßenbahn, eine biegt in die Wollenweberstraße ab. Über allem rauscht - wie heute noch im nordrhein-westfälischen Wuppertal - eine Schwebebahn dahin. An einem Fesselballon der Polizei hängt ein Mann, wahrscheinlich auf dem Weg ins Gewahrsam.
Ist das Blödsinn? Vielleicht. Auf jeden Fall ist es ein Bild von morgen, und zwar aus der Zeit um 1910. „Brandenburg a. H. in der Zukunft“ steht auf der aus heutiger Sicht schrägen Ansichtskarte. Es ist doch interessant zu sehen, wie die Menschen sich ihre Stadt in der Zukunft einst vorstellten, oder? Und ganz ehrlich, nun ist Brandenburg nicht Wuppertal, aber völlig aus der Luft gegriffen waren die Ideen der Zeitgenossen offensichtlich nicht. Es ist eine ganz wunderbare Geschichte, die unser Kollege Heiko Hesse da aufgetan hat.
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