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Schlimmste Straße gesucht + + Gerangel im Rathaus + + Kulinarisches Neuland

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Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
Sie sind wieder dabei beim Newsletter Ihrer Märkischen Allgemeinen am Freitag. Gut! Dann lassen Sie uns jetzt gemeinsam rufen: Hoch die Hände, Wochenende! Oder wem das zu prollig ist: Thank God It’s Friday!
Je länger der Lockdown dauert, desto klarer wird: Irgendwann drehen alle durch. Da meine ich jetzt nicht die Frau, der es Mittwochabend gefiel, mit ihrem Auto fliehen zu wollen. Und die dann bei ihrer Festnahme auf den Polizisten rumbiss und böse Worte sagte. Nein, ich denke da mehr an die Nachbarn, die schon mal die Polizei holen, weil der Bengel von oben sich doch tatsächlich junge Leute einlud, um “Mario Kart” zu zocken. Das kostet 1500 Euro Strafe. Ich glaube, ich würde den Nachbarn nicht mehr grüßen. Meinem jüngeren Sohn würde ich allerdings gern sagen, dass das schon seine Ordnung hat und man bei Corona gar nicht mehr zocken darf. Aber dann grüßt der auch nicht mehr.
Ich bin mal gespannt, ob sich die Leute von der SPD, von den Grünen und der CDU noch grüßen, wenn endlich das Gerangel um die Rathauskooperation und Pöstchen ein Ende gefunden hat. Vereinfacht und zur Erinnerung: Die Sozis wollen nach Jahren der Demütigung endlich wieder im Rathaus mitspielen und bekommen einen Beigeordneten, wenn sie mit der CDU stimmen - aber nicht das Ressort, das sie haben wollen. Weil ihrem Wunschkandidaten Daniel Keip die Qualifikation fehlt. Und die Grünen als Partner bekommen sie auch nicht, weil die bei der CDU keiner mag. Dass stattdessen die Freien Wähler gesetzt sind und die CDU einen zusätzlichen Beigeordneten beansprucht, findet die SPD plötzlich akzeptabel. Das werden die Sozis schon machen. Denn die Alternative wäre unvorstellbar: Nicht Keip wird Beigeordneter, sondern ein SPD-Kandidat mit der nötigen Qualifikation. Man stelle sich nur vor, das wäre am Ende eine Frau! Eine Frau in der erweiterten Rathausspitze? Wo kämen wir da hin?
Mit Johanna Horn steht jetzt eine Frau zumindest kommissarisch an der Spitze des Pflegeheimes Mariengrund, der man nur alles erdenklich Gute wünschen kann. Sie tritt ein Erbe an, das man gern mit dem Ausmisten eines Augias-Stalls vergleichen darf. Ihre Vorgängerin wurde jetzt gefeuert, nachdem bekannt wurde, welch unhaltbare Zustände in dem neuen Heim herrschten, wie furchtbar man dort teilweise mit Senioren und Schutzbefohlenen umging.
Ein Hinweis sei noch gestattet: Bis Montag, 12 Uhr, sucht die Brandenburger MAZ-Redaktion die schlimmste Straße der Stadt. Fünf ganz furchtbare stehen zur Wahl. Also los: Machen Sie mit und voten Sie, was das Zeug hält. Vielleicht bewegen wir gemeinsam etwas und bringen die Entscheidungsträger dazu, die Rumpelpisten zu sanieren. Einige hätten es dringend nötig.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Newsletter-Lektüre und ein bisschen erhöhten Puls. Die nächste Ausgabe der Havelpost haben Sie am kommenden Freitag in Ihrem Mailfach.
Herzliche Grüße
Ihr
Benno Rougk
Redaktionsleiter
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Leute Leute...

Es gibt sie, die kleinen Geschichten, die es normalerweise nicht in die Berichterstattung der MAZ schaffen. Hier schreiben wir sie dennoch auf, weil sie von den Menschen handeln, die in Brandenburg an der Havel leben.
SPD-Bundestagskandidatin Sonja Eichwede hat Michail Gorbatschow getroffen, als sie noch ein Kind war. (Foto: Jochen Stoss)
SPD-Bundestagskandidatin Sonja Eichwede hat Michail Gorbatschow getroffen, als sie noch ein Kind war. (Foto: Jochen Stoss)
Über die Vorstellungen der SPD-Bundestagskandidatin im hiesigen Wahlkreis über die Zukunft von Brandenburg an der Havel ist noch nicht viel bekannt. Aber seit dieser Woche wissen wir, dass Sonja Eichwede ein Fan von Michail Gorbatschow ist, auch wenn sie den Vornamen nicht ganz richtig schreibt. Als neun Jahre altes Kind lernte die heute 33 Jahre alte Eichwede den in dieser Woche 90 Jahre alt gewordenen Meister der Perestroika 1997 kennen. „Damals konnte ich natürlich nicht ahnen, welche Tragweite sein Wirken für mein heutiges Leben als Brandenburger Richterin und SPD-Bundestagskandidatin haben würde“, schreibt sie. Gorbatschow habe ihr vermittelt, dass es die Pflicht einer jungen Generation sei, die Zukunft mit neuen Ideen, demokratisch und sozial zu gestalten. Geschickt lässt die SPD-Politikerin einfließen, wie nahe sie dem großen Staatsmann steht: „Einmal sogar meinte er zu mir, er sei ein Reformsozialist, ja Sozialdemokrat wie Willy Brandt, den er sehr bewundere.“ Kurz nach seinem 75. Geburtstag habe er sie ermuntert, sie solle ihre Doktorarbeit über seine Zeit schreiben. „Als ich antwortete, dass ich aber Jura studieren möchte, legte er seine Hände auf meine Schultern mit den Worten: ’Ach wie schön, dann werden wir Kollegen’ – und umarmte mich.“ Da muss man schon Christdemokrat oder so etwas sein, wenn einem da nicht das Herz aufgeht.
Klaus Dölle (Foto: André Großmann)
Klaus Dölle (Foto: André Großmann)
Mallorca-Partys wirken in Zeiten der Pandemie wie aus einem anderen Jahrzehnt. Trotzdem hängen in der Brandenburger Steinstraße noch Plakate für eine Feier am 14. März. Doch sie stammen aus dem Vorjahr, statt Ballermann-Hits bleibt die Stille. Veranstalter Klaus Dölle erinnert sich mit Wehmut. „Die letzte Party ist jetzt fast ein Jahr her. Ich wünsche mir, dass ich im Jahr 2021 noch Brandenburger tanzen sehe. Dafür brauchen wir aber Planungssicherheit von der Stadtpolitik, vielleicht helfen ja Schnelltests und Impfungen“, so der 32-Jährige. Bevor die Leute die Tanzfläche stürmen, würde er übrigens „Wieder hier“ von Marius Müller-Westernhagen auflegen. „Dieses Lied beschreibt meine Gefühlslage ganz gut“, so Dölle.
Karsten Hinz (Foto: privat)
Karsten Hinz (Foto: privat)
In der SPD Mitglied zu sein, ist angesichts der aktuellen bundesdeutschen Umfragewerte wohl nicht immer vergnügungssteuerpflichtig. Gut, wenn man es wenigstens mit Humor nehmen kann: „Ich beherrsche alle vier Rechenarten Addition, Subtraktion, Frustration und Resignation. Deshalb bin ich Ortsvereins-Kassierer“, schreibt beispielsweise Karsten Hinz auf Facebook. 
Marko Krause nutzt die Zeit, um sich auf Auftritte nach Corona vorzubereiten. Als Assistentin steht ihm künftig Ehefrau Katja zur Seite. (Foto: Bürstenbinder)
Marko Krause nutzt die Zeit, um sich auf Auftritte nach Corona vorzubereiten. Als Assistentin steht ihm künftig Ehefrau Katja zur Seite. (Foto: Bürstenbinder)
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Sagt jedenfalls der Volksmund. So hofft auch Bauchredner Marko Krause aus Wollin auf jede Menge Nachfeiern, wenn die strengen Corona-Regeln wieder deutlich gelockert werden. Als einer der gefragtesten Entertainer rund um Brandenburg hat er seit einem Jahr viele Goldene Hochzeiten, runde Geburtstage und Firmenpartys aus seinem Terminkalender streichen müssen. Krauses Trost für bessere Zeiten: So mancher Jubilar dürfte seiner Verwandtschaft vielleicht noch etwas schuldig sein.
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Wohin am Wochenende?

Fikret Arslan (l.) und Konstantin Borisov bereiten Köfte im Brot zu. (Foto: Großmann)
Fikret Arslan (l.) und Konstantin Borisov bereiten Köfte im Brot zu. (Foto: Großmann)
Was wünschen wir uns schon seit Jahren mehr kulinarische Weltläufigkeit in der Stadt! Mal ehrlich, so ein amtlicher Döner ist schon was Feines. Aber mit jeder Neueröffnung eines Kebab-Ladens bekam die leise Hoffnung einen weiteren Dämpfer, dass da mal was wirklich Kreatives kommen könnte. Bei Berlin-Besuchen will man ja zur Büffet-Fräse mutieren und sich einmal quer durch all die afghanischen, marokkanischen, peruanischen oder malaysischen Spezialitäten futtern, die einem da wohlduftend feilgeboten werden.
Und hier? Gibt’s Döner in der Variante “Schüler”, “Mega” und “Käse” - das war’s dann aber mit der Auswahl. Bis jetzt! Denn seit dieser Woche firmiert in der Steinstraße 32 der “FC Köfte Burger”. Was erst mal klingt wie eine mittelmäßig talentierte Fußball-Truppe aus der hiesigen Stadtliga, bringt seit Dienstag mehr als 50 türkische Speisen an den Brandenburger und die Brandenburgerin.
Vorsicht, Geschmacksexplosion: Köfte im Brot gibt's jetzt in der Steinstraße. (Foto: Großmann)
Vorsicht, Geschmacksexplosion: Köfte im Brot gibt's jetzt in der Steinstraße. (Foto: Großmann)
Neben 20 Burgern mit Rind,- Kalb- und Hähnchenfleisch, Grillkäse, Falafel und Gemüse bietet das Team um Fikret Arslan - dem geneigten Dönerfreund wohl bekannt aus dem vis-à-vis gelegenen Orient Grill - türkische Hühner- und Linsensuppe sowie Süßigkeiten wie Baklava, Künefe und Milchreis (Tipp!) an.
Die Jungs um Fikret öffnen ihren Laden montags bis sonntags von 11 bis 22 Uhr. Telefonische Bestellungen werden unter 03381/3329990 entgegen genommen.
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Das ist diese Woche in der Stadt wichtig

Alte Plauer Brücke wird aufgehübscht
Spritpreis explodiert: Super schon bei über 1,60 Euro
Wieder Ärger um Frauennamen für Straßen
Warnstreik: Heidelberger-Beschäftigte wollen mehr Geld
Radtourismus rund um Brandenburg an der Havel immer beliebter
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Das ist diese Woche im Umland wichtig

Motocross: Phillip Eggers aus Wusterwitz will bei der Deutschen Meisterschaft aufs Podest
Corona-Impfzentrum für Bad Belzig kurz vor dem Start abgesagt      
Traumberuf Lokführer auf der Linie RE 1: Odeg schafft 200 neue Jobs
Borkwalde leidet unter Mülltourismus
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Bilderrätsel

Wo in Brandenburg an der Havel ist dieses Gebäude?
Wo in Brandenburg an der Havel ist dieses Gebäude?
Eine regelmäßige Rubrik in der Havelpost ist das MAZ-Bilderrätsel. Hier werden Aufnahmen von Gebäuden und Orten der Stadt gezeigt. Und Sie, liebe Leser, raten (oder wissen?), worum es sich handelt.
Wo in Brandenburg an der Havel ist dieses Foto aufgenommen worden? Wer es weiß, schreibt die Antwort bis Montag, 8. März, um 12 Uhr per Mail an brandenburg-stadt@maz-online.de. Alle korrekten Antworten kommen in einen Lostopf, aus dem wird der Gewinner gezogen. Diesen vermelden wir dann im nächsten Newsletter, der am 12. März in Ihr Postfach flattert. Der Preis ist eine historische Ansichtskarte aus Brandenburg an der Havel. Viel Erfolg!
Die Lösung des Rätsels aus der vergangenen Woche lautet: Das Bild zeigt ein Haus am Domkietz in Brandenburg an der Havel. Aus den Einsendungen haben wir Christian Meyer aus Wusterwitz als Gewinner ausgelost. Herzlichen Glückwunsch!
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Stephan Bodens Woche

Stephan Boden beim Schreiben seiner MAZ-Kolumne. (Foto: privat)
Stephan Boden beim Schreiben seiner MAZ-Kolumne. (Foto: privat)
Wie ist das Leben in Brandenburg an der Havel mit Corona und den damit einhergehenden Einschränkungen des Lebens? Wir konnten den in Brandenburg an der Havel lebenden Autor Stephan Boden für eine wöchentliche Kolumne gewinnen, in der er seine Erlebnisse und Beobachtungen aus der Stadt - und darüber hinaus - humorvoll und pointiert schildert. Aktuell treibt ihn um: Nicht enden wollende Politiker-Konferenzen und die Normalität des Unnormalen. Hier können Sie die aktuelle Folge von “Bodens Woche” nachlesen.
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Der Blick in die Heimatgeschichte

Die Hauptstraße in Brandenburg an der Havel um 1910. (Foto: Sammlung Hesse)
Die Hauptstraße in Brandenburg an der Havel um 1910. (Foto: Sammlung Hesse)
Wollen wir mal Fritze Bollmann stalken? Schauen, wo er gewohnt hat und wo sein Friseursalon war? Kein Problem, das Brandenburger Stadtarchiv macht genau das möglich. Es hat mit historischen Adressbüchern jetzt einen Schatz frei zugänglich gemacht, der die Herzen von Geschichtsinteressierten und Familienforschern höher schlagen lässt. Seit voriger Woche stehen die Adressbücher auf der Internetseite der Stadtverwaltung online. Wir finden, das ist eine großartige Idee! Und genau deshalb hat sich unser Kollege Heiko Hesse hingesetzt und das Thema in Wort und Bild aufgearbeitet.
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