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Tolle Pläne für den Packhof + + Bauland für Familien + + Nächste Hiobsbotschaft für Autofahrer

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Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
schön, dass Sie wieder da sind. Ich hoffe, Sie haben auf unseren Freitags-MAZ-Newsletter mit dem schönen Titel Havelpost gewartet und Freunden und Bekannten in dieser Woche nebenbei erzählt: Bestellt den mal auch! Kostenlos und nur der guten – oder schlechten – Laune wegen. 
Ich meine: Gibt es Grund für schlechte Laune? Nein! Also ein paar schon, aber wir lassen uns davon doch nicht die Post-Corona-Hochstimmung vermiesen.
Wenn ich Ihnen etwas empfehlen darf: Gehen Sie ins Gotische Haus und schauen Sie sich die Ausstellung mit den drei Gestaltungsvorschlägen für den Packhof an. Wenn Sie davor typisch brandenburgisch „eher so geht so“ drauf waren, wird Ihnen das einen Adrenalin-Schub geben. Da zeigen sich drei Vorhaben, von denen zwei ziemlich großartig und eines nicht schlecht ist. Mit ein bisschen Fantasie könnte das mittelfristig das Ende der teuersten Hundewiese werden. Und das mit vielen Wohnungen UND viel Grün und Park. Fast ein Jahr ist der Baubeigeordnete Michael Müller jetzt hier. Bisher hat er wenig auf den Weg gebracht. Nimmt er jetzt Tempo am Packhof auf, könnte das seinen eher wackligen Stand in allen Fraktionen verbessern. 
Wobei: Die Ankündigung der Woche, dass der Mühlendamm über den Dom als wohl meistbefahrenste Straße der Stadt ab Herbst für gut eineinhalb Jahre gesperrt wird, würde selbst am Lack von Mutter Theresa kratzen. Und irgendwie müssen dafür – weil die Stadt ja die Entwicklung eben braucht – Müller und sein Chef Steffen Scheller dafür den Zorn der Autofahrer auf sich nehmen. Ist aber als Schmerzensgeld in den üppigen B-Gehältern eingepreist. 
Vielleicht schweißt das ja die beiden auch zusammen, die bisher zumindest nach außen eher einen distanzierten Umgang pflegen. Was, wie Rathausmitarbeiter berichten, auch immer ein wenig an Schellers Stabschef Jan Penkawa (CDU) liegen soll, der schon dafür sorgt, dass der Scheller-Vize Müller in seinem Dachbüro nicht zu viel Luft unter die Schwingen bekommt. Dabei stehen die Chancen nicht schlecht, dass Scheller und Müller demnächst viel Zeit miteinander verbringen und sich viele Aufgaben teilen. Denn man darf schon gespannt sein, wie es Scheller jetzt gelingen soll, das aus dem Ruder gelaufene Beigeordneten-Bewerbungsverfahren noch einmal in ruhiges Fahrwasser zu bringen. Im Juni wird es schon mal keine Wahl geben.
Voraussichtlich wird das erst nach der Bundestagswahl im September passieren. Denn man stelle sich nur einmal den GAU vor, irgendein Kandidat mit CDU-Parteibuch würde gewählt und es wäre sicher: Das ist nur mit AfD-Stimmen gegangen. Dann wäre das direkte Bundestagsmandat für die CDU wohl weg. Aber das ist noch lange hin und nun wartet alles darauf, dass die Kommunalaufsicht oder die renommierte Kanzlei Dombert aus Potsdam grünes Licht dafür gibt, dass von den Favoriten einer irgendwie für den höheren Verwaltungsdienst geeignet sei. Aber eigentlich dürfte da weder aus der Kommunalaufsicht noch aus der Kanzlei was kommen. Denn die Frage steht im Raum: Warum sind nicht alle Kandidaten so unter die Lupe genommen worden? 
Im Hauptausschuss ging es in dieser Woche um eine Fahne. Die Regenbogenfahne, die Manuel Neuer Dienstag als Kapitänsbinde getragen hat, was ihn auch nicht davor bewahrt hat, dass dem Bayern der BVB-Mann Hummels ordentlich einen rein gemacht hat. Aber weg vom Eigentor, auch wenn es in Brandenburg um ein Eigentor geht. Es ist logisch, dass hier darüber gestritten wird, ob man vor dem Rathaus einer Stadt eine Fahne für Lesben und Schwule hisst, in der es normal ist, dass die Stadt eben kein „sicherer Hafen“ für Geflüchtete ist und in der es nicht gewollt war, dass ein untadliger Feuerwehrmann, der den muslimischen Glauben seiner Frau annahm, zum Feuerwehrhauptmann befördert wurde.    
Aber es wurde gar nicht gestritten. Es wurde gemobbt. Ausschließlich Männer, zumeist ältere, gefielen sich im Hauptausschuss, gegen den Antrag der Linken zu stimmen. Verteidigt hatte den Antrag eine junge Frau, Claudia Sprengel, die abgewatscht wurde - auch, weil sie im Antrag gegendert hatte, wie der Freie Wähler Norbert Langerwisch einräumt. Gegen die Fahne hätte er gar nichts gehabt. Aber nach dem als ungehörig empfundenen Auftritt Sprengels und der Gendersprache habe man ein Zeichen setzen müssen: Abgelehnt! 
Jetzt mal angenommen, es kühlen sich alle wieder ab und versuchen die Situation noch zu retten. Dann wird es heißen – klar wollen wir die Fahne hissen, dafür braucht es doch keinen Beschluss. Und dann weht der Stoff. Und doch bleibt es ein Eigentor.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre. Die nächste Ausgabe der Havelpost haben Sie am kommenden Freitag in Ihrem Mail-Postfach. Wenn es Dinge gibt, von denen Sie glauben, sie sollten mal im Newsletter Erwähnung finden, dann schreiben Sie mir einfach unter Benno.Rougk@MAZ-online.de.
Herzliche Grüße,
Ihr
Benno Rougk
Redaktionsleiter
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Leute Leute...

Es gibt sie, die kleinen Geschichten, die es normalerweise nicht in die Berichterstattung der MAZ schaffen. Hier schreiben wir sie dennoch auf, weil sie von den Menschen handeln, die in Brandenburg an der Havel und drumherum leben.
Peter Pflock
Peter Pflock
Der bekannte und auf vielen Feldern sozial engagierte Brandenburger Peter Pflock ​(58) ist noch nicht ganz in Sicherheit, nachdem er einer Rentnerin zu ihrem Geld verhelfen wollte. Die alte Dame hatte einen Betrag an einen Bekannten verliehen, der seine Schulden anschließend ignorierte. Pflock schaltete sich ein, was am Ende in einen Strafprozess wegen versuchter Nötigung mündete. Das Amtsgericht Brandenburg sprach der Erfinder von „Kinder sind unschlagbar“ zwar am 29. Januar von allen Vorwürfen frei. Doch die Staatsanwaltschaft fordert weiterhin eine Bestrafung und hat daher Berufung eingelegt, wie Behördensprecherin Hanna Urban ​mitteilt. Am 12. Oktober soll das Landgericht Potsdam den Fall verhandeln.
Birgit Fischer
Birgit Fischer
Bei einer Paddeltour in dieser Woche auf der Spree hat die Brandenburger Olympia-Kanutin und Ehrenbürgerin Birgit Fischer ​eine grausame Entdeckung gemacht. Ein Wasservogel hatte sich übernommen und war an seiner Beute erstickt. Fischer lud das Foto auf ihrer Instagram-Seite hoch. Kommentar von Moderator und Schauspieler Tobias Borchers ​zum Foto: „Wenn man den Schnabel zu voll nimmt…“
Der tote Vogel, aufgenommen von Birgit Fischer.
Der tote Vogel, aufgenommen von Birgit Fischer.
Christian Güssow
Christian Güssow
Er ist neu im Wusterwitzer Bauausschuss und ein Mann klarer Worte. „Ich bete dafür, dass Ruhe einkehrt. Wir müssen miteinander statt gegeneinander arbeiten, denn sonst werden die Wunden immer größer“, sagt Christian Güssow​. Für ihn ist klar, dass die Streitigkeiten der Gemeindevertreter dem Ansehen des Amtes schaden. „Wir haben es hier in Wusterwitz so schön, wir müssen uns aber auf die sachliche Zusammenarbeit konzentrieren. Wir haben in den letzten zwei Jahren zu wenig geschafft und das muss sich ändern. Werdet vernünftig“, sagte er bei der Gemeindevertretersitzung in der Kulturscheune und bekam von den Gästen Applaus. „Ich stehe mit meinem Wunsch nicht allein da“, sagt Güssow. Sollte sich die Situation nicht verbessern, würde er den Bauausschuss verlassen, hat aber schon einen Plan B. „Wenn sich nichts verändert, kann ich mich auch an den See legen, da habe ich mehr von meiner freien Zeit.“
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Das ist diese Woche in der Stadt wichtig

Wo Bauwillige in und um Brandenburg an der Havel fündig werden
Zwei Jahre Bauzeit für 200 Meter Straße
Anke Inters Eissauna ist der kälteste Ort in Brandenburg an der Havel
Was geht in den Sommerferien in der Stadt? Eine Übersicht
Lokalpolitik: Scheller soll Bürgerservice funktionsfähig machen
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Bilderrätsel

Wo - und was - ist das?
Wo - und was - ist das?
Eine regelmäßige Rubrik in der Havelpost ist das MAZ-Bilderrätsel. Hier werden Aufnahmen von Gebäuden und Orten der Stadt gezeigt. Und Sie, liebe Leser, raten (oder wissen?), worum es sich handelt.
Wo in Brandenburg an der Havel ist dieses Foto aufgenommen worden? Wer es weiß, schreibt die Antwort bis Montag, 21. Juni, 12 Uhr, per Mail an brandenburg-stadt@maz-online.de. Alle korrekten Antworten kommen in einen Lostopf, aus dem wird der Gewinner gezogen. Diesen vermelden wir dann im nächsten Newsletter, der am 25. Juni in Ihr Postfach flattert. Der Preis ist eine historische Ansichtskarte aus Brandenburg an der Havel. Viel Erfolg!
Die Lösung des Rätsels aus der vergangenen Woche lautet: das Gebäude der Commerzbank am Neustädtischen Markt. Aus den Einsendungen haben wir Uli Nawake aus Brandenburg als Gewinner ausgelost. Herzlichen Glückwunsch!
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Stephan Bodens Woche

Stephan Boden an seinem Schreibtisch. (Foto: privat)
Stephan Boden an seinem Schreibtisch. (Foto: privat)
Wie ist das Leben in Brandenburg an der Havel? Wir konnten den in Brandenburg an der Havel lebenden Autor Stephan Boden für eine wöchentliche Kolumne gewinnen, in der er seine Erlebnisse und Beobachtungen aus der Stadt - und darüber hinaus - humorvoll und pointiert schildert. Aktuell treibt ihn um: die von Zeit zu zeit immer noch spürbaren Spätfolgen einer Corona-Erkrankung. Hier können Sie die aktuelle Folge von “Bodens Woche” nachlesen.
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