Profil anzeigen

Wildschweinplage vor der Haustür ++ Klinikum wird klimafreundlich ++ immer mehr Testzentren schließen

MAZ HavelpostMAZ Havelpost
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
schön, dass Sie wieder dabei sind. Ich hoffe, Sie haben auf unseren Freitags-MAZ-Newsletter „Havelpost“ gewartet und Freunden und Bekannten nebenbei erzählt: Bestellt den mal! Kostenlos und nur der guten Laune wegen. Denn die wollen wir Ihnen machen, jetzt, da das Wochenende vor der Tür steht. 
Ich weiß nicht, ob sie es schon wissen: Die Stadt hat über ihren „Mutterkonzern“ TWB gut acht Millionen Euro im Städtischen Klinikum eingelegt. „Sauer eingelegt“, sagt ein Stadtverordneter. Man kann irgendwie verstehen, dass es manchem sauer aufstößt, dass alle kommunalen Gewinne, die in den zurückliegenden Jahren von den Stadtwerken und der Brawag kamen und nicht gleich bei den Verkehrsbetrieben oder im Theater landeten, nun auf einen Schlag ins Klinikum flossen. Und nie zurückkommen.  Aber, was wäre die Alternative? 
Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig das kommunale Klinikum für die Stadt und die Region ist. Und die Pandemie hat auch gezeigt, dass die Krankenhausfinanzierung nicht seriös und auskömmlich ist und ständig die Zahlungsunfähigkeit drohen könnte. Insofern ist es nur logisch, wenn jetzt die Stadtverordneten vom Bund und vom Land in einem Appell fordern, dies zu ändern. Doch so ein Appell führt nicht dazu, dass sich sofort etwas ändert.  Die Folge: Die Stadt wird an anderer Stelle sparen müssen. Oder glaubt wirklich jemand, dass die Abermillionen, die in eineinhalb Jahren Corona bedingt in die Aufrechterhaltung der Infrastruktur, Kurzarbeit oder die Bewältigung der Krise flossen, ohne Folgen bleiben? Natürlich muss das jemand bezahlen: Wir! Der Neubau eines millionenschweren Depots und eines neuen Museums, ein Schulzentrum in bester Lage, während das OSZ ausblutet – all das kann man wollen und fordern, wenn man es sich leisten kann. Wo wird man sparen können, wo müssen, um den Status Quo unseres Wohlstandes zu wahren? Das wird die Kampflinie der Lokalpolitik in den kommenden Jahren sein. Viel zu verteilen ist nicht mehr. 
Wenn man im Hinterkopf behält, dass die nächsten Sparrunden kommen, dann könnte es nützlich sein, sich unentbehrlich zu machen. So wie das Städtische Klinikum oder das Eventtheater. Das haut – das Publikum ist ausgehungert - einen Strauß bunter Programme plus Open-Air-Kino und Konzerten raus.  Und was kommt jetzt an Kultur aus dem mit Millionen geförderten Brandenburger Theater, das, wie es selbst verlauten ließ, von der erlaubten Öffnung im Mai „etwas überrascht“ wurde? Nach zwei Halbplayback-Musical-Abenden im Theaterpark nun bis Mitte August erstmal Sommerpause.   
Was ich auch nicht verstehe: Ein Jahr war das Rathaus fast zu. Ein Jahr kaum Kundenkontakt und dennoch keine Kurzarbeit, kaum Druck, volles Gehalt. Jetzt sollte man meinen: Insbesondere der Bürgerservice würde Gas geben, um das Liegengebliebene abzuarbeiten. Ich fände ja sogar Überstunden und Sonderöffnungszeiten logisch.  Mussten die Mitarbeiter im Supermarkt auch machen. Brandenburgs „gute Seele“ Kleiderursel Nancy Petsch versuchte jetzt beim “Bürgerservice telefonisch einen Termin für einen Ausweis zu bekommen und ließ auf Facebook die Menschen wissen, dass sie nach 30 Minuten in der Warteschleife die Nerven verlor und auflegte. In vielen Kommentaren war zu erfahren, dass auch viele andere erst im Oktober oder November Termine bekommen haben. Der Frust sitzt tief.  Da hatte die frühere CDU-Stadtverordnete Ute Taege öffentlich die Idee, die Bürger könnten sich ja an die Kommunalaufsicht des Landes wenden und sich im Innenministerium über die Rechtsfolgen der „Untätigkeit“ im Bürgerservice informieren und beschweren. Bei der Kommunalaufsicht? Ich erlaubte mir die Frage: Das Rathaus ist seit 2003 von einer/einem OB CDU-geführt. Der zuständige Beigeordnete ist in der CDU. Ute Taege ist in der CDU, die CDU stellt die größte Fraktion in der SVV und viele weitere wichtige Stadtverwalter bis hin zum Stabschef tragen CDU-Parteibuch. „Könnten Sie bitte mit Ihrer Partei endlich Verantwortung übernehmen und dieses Problem („untätiger Bürgerservice“) im Sinne der Brandenburger klären“, wollte ich vom Jugendhilfeausschussmitglied Ute Taege wissen. „Herr Benno Rougk, Ihre Übertragung von Verantwortung für laufende Verwaltungsakte auf Parteizugehörigkeit ist, mit Verlaub, unsachlich“, bekam ich zur Antwort. Ich habe das nicht verstanden. Aber ich glaube, das wird so schnell nichts mehr mit Terminen im „Bürgerservice“ und das CDU-geführte Innenministerium, zu dem uns Ute Taege schicken will, wird auch nicht helfen. 
Ich wünsche Ihnen ein zauberhaftes Wochenende. Können wir unsere Havelpost besser machen? Gibt es Themen, die wir in den Newsletter aufnehmen sollen? Über ihr Feedback per Mail unter Benno.Rougk@MAZ-online.de würden ich mich freuen. 
Ihr Benno Rougk 
***
Leute Leute...

Es gibt sie, die kleinen Geschichten, die es normalerweise nicht in die Berichterstattung der MAZ schaffen. Hier schreiben wir sie dennoch auf, weil sie von den Menschen handeln, die in Brandenburg an der Havel und drumherum leben.
Joe Carpenter
Joe Carpenter
Was macht eigentlich Joe Carpenter​? Der Rathenower Sänger und Entertainer, der 2005 mit seinem Ohrwurm „Südsee“ über die Beetzsee-Insel Acapulco für Furore sorgte, ist nach dem Lockdown wieder im Spiel. In dieser Woche tritt er nach langer Zeit bei ersten öffentlichen Konzerten in den Kurparks von Baabe und Göhren auf. Außerdem hält sich Carpenter mit seinem neuen Song „Tief in mir drin“ wacker in den Schlagercharts. Doch seit der Pandemie verlässt sich der Sänger nicht mehr allein auf die Musik. Zusammen mit seiner Frau Dörte hat Carpenter die Firma „Fleißige Ameisendienste“ gegründet, um als Alltagsbegleiter Dienstleistungen für Senioren im Havelland zu erbringen. bür
Gerhard Hafner (l.) mit Ehefrau Felomina und Bürgermeister Dieter Sehm.
Gerhard Hafner (l.) mit Ehefrau Felomina und Bürgermeister Dieter Sehm.
Ziesars langjähriger Hausarzt Gerhard Hafner ​hat sich in dieser Woche von seinen vielen Patienten verabschiedet. Doch diese ließen den beliebten Mediziner nicht einfach so in den Ruhestand ziehen. Es gab viele rührende Szenen mit Dankesworten, Tränen und guten Wünschen für die Zukunft in den Philippinen. Der Inselstaat ist das Heimatland seiner Frau Felomina, in das es beide nun zieht. Zusammen mit Feuerwehrchef Uwe Roßner ​ging das Paar sogar in die Luft. Und zwar im Korb der Drehleiter, um noch einmal einen Blick von oben auf Ziesar zu genießen. Abschied nahm auch die ehemalige Arztkollegin Annemarie Wendland ​als Hafners Vorgängerin in der Praxis. bür
Anna Syring (Foto: A. Großmann).
Anna Syring (Foto: A. Großmann).
Die Sammlung von Anna Syring ​wächst. Die Brandenburgerin hat fast 500 Videospiele und plant den Sommer vor ihren 19 Konsolen. Zu ihrer Kollektion gehören jetzt japanische Rollenspiele, Shooter und Klassiker für die Playstation 1 und 2. „Videospiele sind einfach mein Hobby. Ich reise in neue Welten, kann entspannen und das alles von zu Hause aus“, sagt die 32-Jährige. Nur eine Konsole fehlt ihr noch zum Glück, die Playstation 5. „Wenn die neue Playstation endlich lieferbar ist, hole ich sie mir, aber dann nur mit Discs, damit meine Sammlung weiter wächst. Einige Spiele habe ich schon und bin direkt startklar“, sagt sie. man
Patrick Meinhardt hat sein Versöhnungseis bekommen.
Patrick Meinhardt hat sein Versöhnungseis bekommen.
Das Versöhnungs-Eis hat sich Patrick Meinhardt ​sichtlich schmecken lassen. Die Deutsche Bahn hatte es kürzlich auf sein Betreiben hin an Fahrgäste am Brandenburger Hauptbahnhof verteilt. Brandenburgs FDP-Vorsitzender hatte zu dieser Geste der Wiedergutmachung geraten, nachdem die Bahn ihre Kunden am 9. Juni nach einem Oberleitungsschaden schmählich im Stich gelassen und zwischen Gleisen hin- und hergejagt hatte. Carsten Moll​, bei der Bahn Vorsitzender der Region Nordost, reagierte freundlich und souverän auf Meinhardts Beschwerde und spendierte das geforderte Eis für alle. Trotzdem sagt der FDP-Politiker: „Die Bahn muss immer noch zeigen, was sie wirklich kann.“ Denn fast zeitgleich mit Molls Entschuldigungsbrief passierte das gleiche Malheur erneut: Plötzlicher Gleiswechsel ohne Ansage, Fahrgäste, die nur noch die Rücklichter ihres davoneilenden Regionalzuges sahen. jl
***
Das ist diese Woche wichtig

Warum sich Plaue die Wildschweinplage vor der Haustür nicht länger gefallen lässt
Klinikum Brandenburg/Havel: Zwei Millionen Euro für Klima und Energie
Sperren, Staus und viele Schilder: Das sind die nervigsten Baustellen in Brandenburg/Havel
Neues Schulzentrum Brandenburg/Havel: Rathaus hält die Stadtverordneten hin
Testcenter-Schwund: Wo in Brandenburg an der Havel kann man sich noch auf Corona testen lassen?
Das ist im Umland los

Sicher im Wasser: Diese Tipps hat Golzows Schwimmmeister Jens Helbig
Blaulicht-Hobby: Lehniner kauft sich eine Feuerwehr
Rückenwind für Spargel unter Folie aus Brüssel
Wohin am Wochenende?

Lehnin: Literaturkollegium Brandenburg lädt zum Wochenende der Literatur
Bilderrätsel

Wo - und was - ist das? (Foto: Hesse)
Wo - und was - ist das? (Foto: Hesse)
Eine regelmäßige Rubrik in der Havelpost ist das MAZ-Bilderrätsel. Hier werden Aufnahmen von Gebäuden und Orten der Stadt gezeigt. Und Sie, liebe Leser, raten (oder wissen?), worum es sich handelt.
Wo in Brandenburg an der Havel ist dieses Foto aufgenommen worden? Wer es weiß, schreibt die Antwort bis Montag, 5. Juli, 12 Uhr, per Mail an brandenburg-stadt@maz-online.de. Alle korrekten Antworten kommen in einen Lostopf, aus dem wird der Gewinner gezogen. Diesen vermelden wir dann im nächsten Newsletter, der am 9. Juli in Ihr Postfach flattert. Der Preis ist eine historische Ansichtskarte aus Brandenburg an der Havel. Viel Erfolg!
Die Lösung des Rätsels aus der vergangenen Woche lautet: das Krematorium in der Willi-Sänger-Straße in Brandenburg an der Havel. Aus den Einsendungen haben wir Martin Schultz aus Brandenburg als Gewinner ausgelost. Herzlichen Glückwunsch!
***
Stephan Bodens Woche

Stephan Boden an seinem Schreibtisch. (Foto: privat)
Stephan Boden an seinem Schreibtisch. (Foto: privat)
Wie ist das Leben in Brandenburg an der Havel? Wir konnten den in Brandenburg an der Havel lebenden Autor Stephan Boden für eine wöchentliche Kolumne gewinnen, in der er seine Erlebnisse und Beobachtungen aus der Stadt - und darüber hinaus - humorvoll und pointiert schildert. Aktuell treibt ihn um: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Hier können Sie die aktuelle Folge von “Bodens Woche” nachlesen.
***
Der Blick in die Heimatgeschichte

Der Nachlass des Brandenburger Schriftstellers Otto Bernhard Wendler ist aufgetaucht
Hat Ihnen diese Ausgabe gefallen?
Teilen Sie diesen Newsletter:
Wenn Sie diesen Newsletter nicht mehr empfangen wollen, können Sie ihn hier abbestellen.
Wenn Ihnen dieser Newsletter weitergeleitet wurde, können Sie ihn hier abonnieren.